WhatsApp vs. Datenschutz nach DSGVO

by Julian Hofmann Juli 11, 2018
JSH Marketing Handy Bild

Viele kleinere und größere Betriebe nutzen den beliebten Messenger-Dienst WhatsApp. Sei es, um schnell mit Kunden in Kontakt zu treten, oder für die interne Kommunikation, um kleinere Fragen schnell zu klären. Der Monteur schickt seinem Chef ein Foto der Baustelle und ebenso verfahren auch Kunden selbst. Ich erlebe es tagtäglich, dass mir irgendwelche Screenshots oder Fotos von Bildschirmen geschickt werden, mit dem Ziel, mir auf diesem schnellen Weg etwas mitzuteilen. Alltag eben… in der Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern.

WhatsApp erleichtert die Kommunikation im beruflichen Alltag enorm.

 

Seit inkrafttreten der DSGVO wird WhatsApp nun aber zum Problem.

Warum ist die Verwendung von WhatsApp ein Problem für die DSGVO?

 

Mit der Nutzung von WhatsApp entstehen datenschutzrechtliche Schwierigkeiten, die im beruflichen Alltag durch die Anwendung der DSGVO zum Problem werden. Warum im beruflichen Alltag? Weil die DSGVO sich vor allem auf die Beziehung von Unternehmen zu Endverbrauchern (Privatpersonen) bezieht.

 

WhatsApp schickt die im Telefonbuch gespeicherten Telefonnummern zum Abgleich an den Server in den USA. Dies impliziert drei Probleme mit der DSGVO:

  1. Die USA gelten für die europäische Datenschutzrichtlinie als Drittland. Eine Übertragung von Nutzerdaten (Telefonnummern etc.) auf amerikanische Server ist somit aus Sicht des Datenschutzes ein grundlegendes Problem. Laut der DSGVO muss ein Betroffener bei der Übermittlung seiner Daten an Dritte und besonders an Drittländer einwilligen. Man bräuchte folglich von jedem Kunden und Geschäftspartner eine Einwilligungserklärung – obwohl die Betroffenen selbst WhatsApp nutzen.
  2. Besonders im beruflichen Umfeld entsteht ein weiteres Problem: Es handelt sich bei der Datenübertragung um einen Datenaustausch von zwei Firmen. Ein solcher Datenaustausch fällt unter die Bestimmungen der DSGVO. Wie bereits erwähnt, braucht ein solcher Datenaustausch eine Einwilligung. – Man kann sich jetzt streiten, ob 1 und 2 nicht eigentlich nur ein Punkt sind – der Übersicht halber, trenne ich diese beiden Aspekte aber besser.
  3. Nachdem alle Telefonnummern des Adressbuches mit dem Server abgeglichen werden, überträgt das Programm auch Daten von Personen, die WhatsApp selbst nicht nutzen und der Übertragung somit nicht zugestimmt haben. Dadurch gelangen diese Nummern ohne die Einwilligung der Nutzer in die Datenbank von WhatsApp.

 

WhatsApp ist ein datenschutzrechtliches Problem. Gibt es aber eine Alternative?

Ob es die gibt kann ich aus meiner Position heraus nicht beantworten. Einen derart universalen, gängigen und breit genutzten Messenger wie WhatApp gibt es kein zweites mal. Alternative gibt es zwar einige, aber keine mit dieser flächendeckenden Nutzung.

 

Fest steht: Wer WhatsApp geschäftlich nutzt, verstößt gegen geltende Gesetze. Wie man als Unternehmen mit dieser Information umgeht, muss jeweils der Chef selbst entscheiden.

 

 

Julian Hofmann

Experte für Online Marketing, SEM Strategien, SEO und SEA und geprüfter Datenschutzbeauftragter. Sie haben Fragen zu Ihrer Website oder Ihrem Datenschutz? Kontakt finden Sie hier.