In meiner täglichen Arbeit bei JSH.marketing erlebe ich es immer wieder: das große, verlockende Versprechen von Performance Max Kampagnen. Mehr Reichweite über alle Google-Kanäle, mehr Conversions, alles vollautomatisiert durch die Macht der künstlichen Intelligenz. Doch fast genauso oft sehe ich die Realität, die darauf folgt: eine frustrierende Blackbox, die Budgets verschlingt, während sie einem scheinbar jegliche Kontrolle entzieht.
Als Gründer einer spezialisierten Google Ads Agentur bringt mich das immer wieder in ein Dilemma. Einerseits will ich die unbestreitbare Power der Google-KI für meine Kunden nutzen, andererseits kann und will ich nicht zum blinden Passagier eines Algorithmus werden, dessen Entscheidungen ich nicht nachvollziehen kann.
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Genau deshalb öffne ich in diesem Artikel diese Blackbox. Ich gebe dir keine oberflächlichen Tipps, sondern meine strategische Blaupause an die Hand. Ich zeige dir, warum ein lückenloses, serverseites Tracking die absolut unverhandelbare Grundvoraussetzung für den Erfolg ist und wie PMax erst im intelligenten Zusammenspiel mit deinen anderen Kampagnen sein volles Potenzial entfaltet – und zwar unter deiner strategischen Kontrolle.
Das PMax-Paradox – Zwischen Allmacht und Ohnmacht
Um Performance Max Kampagnen zu meistern, müssen wir zuerst verstehen, warum diese Kampagnen so paradox sind. Sie sind gleichzeitig das mächtigste und das frustrierendste Werkzeug, dass Google uns in den letzten Jahren an die Hand gegeben hat. Der Schlüssel liegt darin, die richtige Perspektive einzunehmen.
Die goldene Regel vor dem Start: Perfektes Tracking & solide Datenbasis
Ich kann es nicht oft genug betonen: Starte niemals eine Performance Max Kampagne, ohne dass dein Conversion-Tracking absolut lückenlos und präzise ist. PMax ist ein datenhungriger Algorithmus. Die Daten, die du ihm gibst, sind der Treibstoff für seine Entscheidungen. Wichtig ist hierbei: Der Algorithmus benötigt eine solide Datenbasis auf Kontoebene. Eine PMax-Kampagne in einem brandneuen Konto ohne historische Conversion-Daten zu starten, ist wie ein Schiff ohne Seekarte ins offene Meer zu schicken.
Fütterst du den Algorithmus also mit ungenauen oder unvollständigen Daten, wird er unweigerlich die falschen Schlüsse ziehen und dein Budget verbrennen.
Das bedeutet konkret:
- Präzise Conversion-Werte: Der Algorithmus muss den genauen Wert einer Conversion kennen, um auf Ziele wie “Umsatz maximieren” optimieren zu können.
- Serverseitiges Tracking: Um die Auswirkungen von Ad-Blockern und iOS14+ zu minimieren, ist serverseitiges Tagging heute keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit für saubere Daten.
- Enhanced Conversions: Nutze die von Google bereitgestellten Enhanced Conversions, um Conversion-Daten auch dann zu erfassen, wenn Cookies von Drittanbietern nicht verfügbar sind.
Ohne dieses Fundament ist jeder Versuch, PMax profitabel zu steuern, von vornherein zum Scheitern verurteilt. Mit diesem Fundament kannst du recht schnell beginnen, erfolgreiche und profitable PMax Kampagnen zu schalten.
Tipp: Wenn du dir nicht sicher bist, wie du dir dieses Fundament sauber erarbeitest, dann komm gerne direkt auf uns zu.
Warum PMax eine “Blackbox” ist
Die größte Frustration für Marketer ist der Mangel an Transparenz. Und ja, es stimmt: Google nimmt uns viele Kontrollmöglichkeiten. In der Vergangenheit habe ich, wie viele andere auch, versucht, mit Google Ads Scripts mehr Licht ins Dunkel zu bringen, um zum Beispiel Placement-Daten auszulesen. Doch seien wir ehrlich: Die so gewonnenen Informationen kratzen nur an der Oberfläche und liefern selten die entscheidenden strategischen Hebel.
Dieser Mangel an Daten ist kein Fehler im System, sondern ein bewusstes Design. Google möchte, dass wir dem Algorithmus vertrauen und uns auf die strategischen Vorgaben konzentrieren, statt uns im Mikromanagement zu verlieren.
Der Denkfehler, der die meisten Budgets kostet
Und hier liegt der entscheidende Punkt, den viele übersehen: Performance Max ist kein klassischer Kampagnentyp, den man isoliert startet und optimiert. Das ist der größte und teuerste Denkfehler. Und das sehe ich tatsächlich in nahezu jedem Konto, das wir prüfen.
PMax ist eine Automatisierungs-Engine, die sich über dein gesamtes Werbekonto legt. Sie konkurriert mit deinen eigenen Such-, Shopping- oder Display-Kampagnen, kannibalisiert deren Traffic und nutzt die Daten aus dem gesamten Konto, um Entscheidungen zu treffen. Wer PMax als isoliertes Silo behandelt, wird immer das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren. Wer PMax aber als strategische Ergänzung zum bestehenden Setup begreift, kann beginnen, den Algorithmus gezielt zu dirigieren. Und wie du das machst, erklären wir dir hier.
Unser Framework – So dirigierst du den PMax-Algorithmus
Theorie und Problemverständnis sind gut, aber jetzt geht es an die Praxis. Wie genau übernehme ich wieder die Kontrolle? Bei JSH Marketing haben wir dafür ein 3-Schritte-Framework entwickelt, das sich darauf konzentriert, dem Algorithmus die richtigen Leitplanken zu geben, Synergien im Konto zu schaffen und die verfügbaren Daten maximal zu nutzen.
Schritt 1: Das Fundament gießen (Tracking & Signale)
Wie bereits erwähnt, ist exzellentes Tracking die Basis. Im nächsten Schritt nutzen wir dieses Fundament, um dem Algorithmus den bestmöglichen Kompass an die Hand zu geben: die Zielgruppensignale (Audience Signals).
Das sind die wichtigsten Hebel, die du hast, um PMax in die richtige Richtung zu lenken. Anstatt die KI raten zu lassen, wer deine idealen Kunden sind, sagst du es ihr. Die Qualität deiner Signale entscheidet über den Erfolg. Die besten Signale sind immer deine eigenen Daten (First-Party-Daten). Konzentriere dich auf:
- Deine Kundenlisten: Lade Listen deiner besten Bestandskunden hoch (z. B. hohe Kauffrequenz, hoher Customer Lifetime Value).
- Website-Besucher: Erstelle Remarketing-Listen von Nutzern, die wertvolle Aktionen auf deiner Seite durchgeführt haben (z. B. Warenkorb gefüllt, mehr als 3 Minuten auf einer wichtigen Seite verbracht).
- Benutzerdefinierte Segmente: Baue Segmente auf Basis von Suchanfragen, die deine profitabelsten Kunden bei Google eingeben.
Wie du Zielgruppensignale effektiv einrichtest, erklärt Google selbst im Detail. Die Kunst liegt darin, nicht irgendwelche, sondern deine allerbesten Daten als Startpunkt zu liefern.
Schritt 2: Die Synergie schaffen (PMax ist kein Solist)
Jetzt kommt der strategische Teil, bei dem wir PMax aktiv in eine bestehende Kontostruktur integrieren. Isoliert ist PMax eine Blackbox; im Verbund wird es zu einem mächtigen Skalierungswerkzeug.
Der Power-Duo: PMax + Search-Kampagnen
Deine Marke und deine wichtigsten, hochprofitablen Keywords sind dein Territorium. Das willst du nicht dem Zufall von PMax überlassen. Schütze es, indem du separate Suchkampagnen mit exakt passenden Keywords für diese Begriffe schaltest. So stellst du sicher, dass du die Gebote, Anzeigentexte und Landingpages für deine wertvollsten Suchanfragen zu 100% unter Kontrolle hast. PMax kann sich dann um den Rest kümmern.
Die Speerspitze: PMax + Standard Shopping
Für E-Commerce-Kunden ist die Kombination entscheidend. Nutze weiterhin Standard-Shopping-Kampagnen für sehr spezifische Ziele: zum Beispiel, um ein einzelnes, hochprofitables Produkt mit maximalem Druck zu bewerben oder um neue Produkte zu testen. PMax nutzt du parallel mit dem gesamten Produktfeed, um eine maximale Reichweite zu erzielen und neue Käufergruppen zu entdecken, an die du vielleicht noch gar nicht gedacht hast.
Der Wegbereiter: PMax + Demand Gen
PMax ist stark in der Endphase der Customer Journey (Abschlüsse). Demand-Gen-Kampagnen sind ideal, um am Anfang Interesse zu wecken (Awareness). Nutze Demand Gen, um mit ansprechenden Video- oder Bild-Assets neue, relevante Nutzer zu erreichen. Die so entstandenen Remarketing-Listen (Nutzer, die deine Videos gesehen oder mit deinen Anzeigen interagiert haben) sind pures Gold und können als hochqualitative Zielgruppensignale wieder in deine PMax-Kampagnen eingespeist werden.
Google spielt gerade ein Update ein, wodurch man bei den PMax Kampagnen sieht, über welchen Kanal (Channel) die beste Leistung erbracht worden ist. Damit kann man dann ganz sauber entsprechend der Ergebnisse und damit datengetrieben planen und entsprechende Kampagnen-Typen gezielt kombinieren.
Schritt 3: Licht ins Dunkel bringen (Analyse & Optimierung)
Obwohl PMax eine Blackbox ist, gibt es Wege, um Einblicke zu gewinnen und gegenzusteuern.
- Der “Statistiken”-Tab ist deine Goldgrube: Hier findest du die wertvollsten Informationen. Analysiere die “Suchkategorien”, um zu verstehen, welche Themencluster Google als relevant erachtet. Diese Insights sind bares Geld wert, um deine Creatives, deine Landingpages und sogar deine SEO-Strategie zu optimieren. Ein tiefgehender Artikel von Search Engine Land zeigt hier weitere Analysemöglichkeiten auf.
- Keywords über den Support: Dies ist dein Notfallhebel. Wenn du feststellst, dass PMax Budget für völlig irrelevante Begriffe ausgibt, kannst du diese auf Kontoebene ausschließen. Noch besser ist allerdings die Negativ Keywords, Themen und Placements via Support Formular ausschließen zu lassen. So beeinflusst eine einzelne Negativ-Liste nicht zwingend andere Kampagnen und der Support sorgt dafür, dass diese Kampange nicht mehr mit diesen Begriffen ausspielt. Das Formular für die Einreichung findest du hier.
- Asset-Performance analysieren: Optimiere kontinuierlich deine Assets (Bilder, Videos, Texte). Pausiere Assets mit geringer Leistung und ersetze sie durch neue Varianten. Das ist einer der wenigen direkten Hebel, die du zur Optimierung hast.
Vom Passagier zum Piloten
Ich hoffe, ich konnte dir zeigen: Performance Max ist nur eine Blackbox, wenn man sie wie eine behandelt. Sobald du aufhörst, sie als isolierte Kampagne zu sehen und anfängst, sie als das zu begreifen, was sie ist – eine mächtige Automatisierungs-Engine, die du mit exzellenten Daten und strategischen Leitplanken dirigieren musst – ändert sich alles.
Deine Rolle als Marketer wandelt sich vom Techniker, der an hunderten kleinen Stellschrauben dreht, zum Piloten, der den Kurs vorgibt, das System überwacht und strategisch eingreift, wenn es nötig ist. Du gibst die Kontrolle nicht ab, du übst sie auf einer höheren, strategischeren Ebene aus.
Dieser Wandel kann herausfordernd sein. Oft ist ein unvoreingenommener Blick von außen hilfreich, um zu beurteilen, ob das eigene Setup – vor allem das Tracking und die Kontostruktur – wirklich bereit für Performance Max ist. Aus diesem Grund machen wir bei JSH.marketing ein Angebot: Die Experten in meinem Team und ich werfen gerne kostenfrei einen Blick auf dein Google Ads Konto. Das ist kein Verkaufsgespräch, sondern eine ehrliche und unverbindliche Einschätzung, ob du das Potenzial von PMax bereits nutzt oder ob du Gefahr läufst, Budget zu verbrennen.