Bot-Traffic, 38.000 Fake-Käufe und was Google Ads daraus macht – ein echter Fall aus unserer Agenturpraxis

Veröffentlicht: 20. Februar 2026
Bot-Traffic, 38.000 Fake-Käufe und was Google Ads daraus macht – ein echter Fall aus unserer Agenturpraxis

Was passiert, wenn Bots deinen Shop fluten und dein Google-Ads-Algorithmus anfängt, daraus zu „lernen”? Wir haben es erlebt – und wir erzählen dir, wie wir den Schaden begrenzt, das Geld zurückgeholt und die Daten sauber gemacht haben.

Ein ganz normaler Mittwoch – bis er es nicht mehr war

Wir schauen täglich in die Accounts unserer Kunden. Anomalien fallen uns schnell auf. Aber was wir an einem Februartag 2026 im Dashboard eines unserer E-Commerce-Kunden gesehen haben, war selbst für uns ein Moment zum Doppelhinsehen.

38.000 Conversions an einem einzigen Tag.

Zum Vergleich: Ein normaler Tag bringt diesem Kunden eine handvoll qualifizierter Verkäufe. 38.000 – das ist kein Wachstum, das ist ein Alarmsignal. Spätestens der durchschnittliche Conversion-Wert hat jeden Zweifel beseitigt: unter einem Euro pro „Kauf”. Dazu kamen Dutzende Spam-Kontaktanfragen und automatisierte Mails, die den Posteingang des Kunden innerhalb von Stunden fluteten.

Die Diagnose war eindeutig: massiver Bot-Traffic.

Bot-Traffic, 38.000 Fake-Käufe und was Google Ads daraus macht – ein echter Fall aus unserer Agenturpraxis

Wie das möglich war – und warum Cloudflare kein Nice-to-have ist

Nach der Ursachenforschung kam die ernüchternde Erkenntnis: Der Kunde hatte an genau diesem Tag Cloudflare deaktiviert – aus einem intern motivierten technischen Grund, den er für kurzfristig und harmlos hielt. Was er dabei unterschätzt hatte: Cloudflare ist nicht nur ein Performance-Tool. Es ist eine der ersten und wichtigsten Verteidigungslinien gegen automatisierten Schad-Traffic.

Ohne diesen Schutz hatten Bots freie Bahn. Kein Filter, keine Blockierung, kein Throttling. Das Ergebnis haben wir oben beschrieben.

Merksatz für alle, die Paid Traffic betreiben: Wer Cloudflare – oder einen vergleichbaren Schutzmechanismus – auch nur kurzzeitig deaktiviert, öffnet sein System für genau solche Angriffe. Keine Ausnahme, kein “das wird schon gut gehen”.

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Das eigentliche Problem: Dein Algorithmus lernt aus Müll

Hier liegt das Kernproblem, das über den unmittelbaren Ärger hinausgeht – und das viele Werbetreibende unterschätzen.

Google Ads, insbesondere in Kombination mit Smart Bidding und Performance Max, optimiert kontinuierlich auf Basis deiner Conversion-Daten. Der Algorithmus schaut sich an, wer konvertiert hat, welche Signale diese Nutzer hatten, und sucht dann aktiv nach mehr von diesen Nutzern.

Wenn an einem Tag 38.000 Bot-Klicks als erfolgreiche Conversions ins System fließen, lernt der Algorithmus genau das: Dieses Muster ist wertvoll. Hol mir mehr davon.

Das bedeutet: Die Verzerrung endet nicht mit dem Tag selbst. Sie pflanzt sich fort. Die Kampagnen fangen an, in eine falsche Richtung zu optimieren – und du merkst es oft erst, wenn die Ergebnisse der Folgewochen nicht mehr stimmen.

Wir haben schon in einem anderen Artikel beschrieben, wie Google Ads mit der Qualität von Leads umgeht: Google verdient Geld pro Klick und pro ausgegebenem Budget – nicht daran, dass deine Leads oder Verkäufe tatsächlich gut sind. Das System ist nicht böswillig, aber es ist interessengesteuert. Umso wichtiger ist es, als Werbetreibender die Datenqualität selbst im Griff zu behalten.

Mehr über das Thema in unserm Blogartikel “Performance Max Spam Leads”.

Die positive Überraschung: Google hat uns (und den Kunden) unterstützt

An dieser Stelle müssen wir fairerweise sagen: Wir wurden angenehm überrascht.

Wir haben den Fall eskaliert – sowohl die offensichtlich invaliden Conversions als auch die damit verbundenen Kosten. Das Ergebnis:

Google hat angedeutet die Werbekosten für diesen Tag gutzuschreiben.

Eine Gutschrift von Google passiert nicht automatisch und ist nicht selbstverständlich. Es braucht eine klare Dokumentation, eine nachvollziehbare Argumentation und – in unserem Fall – die richtigen Ansprechpartner beim Support. Als Google Ads Agentur mit langjähriger Erfahrung wissen wir, wie man solche Fälle aufbereitet. Letztlich hat Google angedeutet, dass wir gute Chance haben, das Geld zurückzubekommen. Der Fall ist allerdings noch nicht lange genug her, um hier eine finale Entscheidung zu haben – allerdings sind wir guter Dinge.

Aber das Entscheidende war nicht das Geld. Es war die Antwort des Supports auf unsere Folgefrage: Wie verhindern wir, dass der Algorithmus diesen Tag als Lerngrundlage nutzt?

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Die technische Lösung: Data Exclusion in Google Ads

Google hat uns einen Weg gezeigt, den viele Werbetreibende nicht kennen: Datumsbezogene Datenausschlüsse direkt im Bidding-System.

So funktioniert es:

Navigation im Google Ads Konto:
Extras → Budgets und Gebote → Anpassungen → Ausschlüsse → Neuen Datenausschluss erstellen

Dort wählst du das betroffene Datum aus – in unserem Fall den 12. Februar 2026. Der Google-Support empfahl außerdem, auch die Tage davor einzubeziehen, da Conversions durch typische Conversion-Delays manchmal erst verzögert erfasst werden.

Was dieser Schritt bewirkt:
Der Smart-Bidding-Algorithmus ignoriert bei seiner Modellierung die Daten aus diesem Zeitraum vollständig. Die 38.000 Fake-Käufe fließen nicht mehr als Lerngrundlage ein. Das System kann wieder sauber optimieren – als wäre dieser Tag nie gewesen.

Du kannst den Ausschluss entweder auf einzelne Performance-Max-Kampagnen oder auf den gesamten Account anwenden. In unserem Fall haben wir den gesamten Account ausgeschlossen, da der Bot-Traffic kampagnenübergreifend war.

Was du darüber hinaus tun solltest

Der Google-Support hat uns – neben der Data Exclusion – weitere Maßnahmen empfohlen, die wir grundsätzlich teilen:

1. Bot-Schutz auf der Website: Cloudflare reaktivieren war in diesem Fall der erste Schritt. Ergänzend empfehlen sich reCAPTCHA für Formulare und ein Double-Opt-in-Prozess für E-Mail-Subscriptions. Bots brechen bei Validierungsschritten typischerweise ab.

2. Conversion-Tag prüfen: Ein durchschnittlicher Conversion-Wert von unter einem Euro deutet oft darauf hin, dass das Tag auf einer falschen Seite feuert – zum Beispiel einer Vorbestätigungsseite statt der finalen Bestätigungsseite. Nur dort sollte der Tag liegen, nur dort sollte ein dynamischer Warenkorbwert übergeben werden. Wir prüfen das bei allen unseren Kunden regelmäßig im Rahmen unseres technischen SEA-Setups.

3. Enhanced Conversions for Leads: Wer nicht nur E-Commerce, sondern Leadgenerierung betreibt, sollte Enhanced Conversions for Leads einrichten. Dabei werden qualifizierte Leads – also solche, die im CRM auch wirklich als gut markiert wurden – zurück an Google übermittelt. So lernt das System nicht nur aus dem, was es selbst sieht, sondern auch aus dem, was im echten Vertrieb passiert. Das ist einer der wirkungsvollsten Hebel, um die Qualität von Google-Ads-Leads nachhaltig zu verbessern.

4. Anomalien regelmäßig überwachen: Ein tägliches Monitoring von Conversion-Volumen, durchschnittlichem Conversion-Wert und CPA-Entwicklung ist kein Luxus – es ist Pflicht. Wer hier nicht hinschaut, merkt Probleme oft erst, wenn der Algorithmus bereits wochenlang in die falsche Richtung optimiert hat.

Julian Kirfel Partner der Agentur JSH Marketing Heiko Lindner Social Media Zufriedener Kunde von Google Doktor

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Was dieser Fall über professionelles Google-Ads-Management aussagt

Wir erzählen diesen Fall nicht, um uns zu rühmen. Wir erzählen ihn, weil er exemplarisch zeigt, worauf es bei professioneller Google Ads Betreuung wirklich ankommt:

Es geht nicht nur darum, Kampagnen zu erstellen und Keywords einzubuchen. Es geht darum, Datenintegrität zu schützen, Anomalien früh zu erkennen, den Algorithmus richtig zu steuern – und zu wissen, wie man beim Anbieter selbst eskaliert, wenn etwas schiefläuft.

Google Ads ist ein mächtiges Werkzeug. Aber es ist kein Selbstläufer, und es ist kein faires System, das von alleine für dich arbeitet. Es arbeitet nach Regeln – und diese Regeln zu kennen und zu nutzen, ist unsere Aufgabe.

Wenn du wissen möchtest, wie gut dein aktuelles Google-Ads-Setup gegen solche Szenarien aufgestellt ist, melde dich bei uns. Wir schauen uns das gemeinsam an.

Über den Autor:
Julian Hofmann ist Gründer & Geschäftsführer von JSH Marketing. Seit über 15 Jahren brenne ich für das Suchmaschinenmarketing – für mich ist das mehr als nur Zahlen, sondern die Verbindung aus analytischer Präzision und strategischem Weitblick. Mit meinem Hintergrund in der Philosophie hinterfrage ich gerne den Status Quo, um messbare Ergebnisse zu liefern, die wirklich Bestand haben.
Hier im Blog beantworte ich die Fragen, die mir in der täglichen Zusammenarbeit mit meinen Kunden begegnen – ehrlich, fundiert und direkt aus der Praxis.
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