Rückgang Impressionen in der Google Search Console:

Veröffentlicht: 13. April 2026
Rückgang Impressionen in der Google Seach Console - Warum passiert das?

Warum Deine Zahlen einbrechen – und warum das gut ist

Seit dem 13. Mai 2025 hat Google falsch gezählt. Fast elf Monate lang wurden Impressionen in der Search Console systematisch zu hoch ausgewiesen. Jetzt kommt die Korrektur – und mit ihr der Schock in vielen SEO-Reports. Hier erkläre ich Dir als jemand, der täglich in Dutzenden Search-Console-Properties arbeitet, was passiert ist, was das für Deine Daten bedeutet – und was Du jetzt tun solltest.

Julian Kirfel Partner der Agentur JSH Marketing Heiko Lindner Social Media Manager Zufriedener Kunde von Google Doktor

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Du hast es wahrscheinlich schon bemerkt: Die Impressionen in Deiner Google Search Console gehen runter. Nicht ein bisschen. Deutlich. Und wenn Du jetzt denkst, dass Du ein SEO-Problem hast – Spoiler: Hast Du wahrscheinlich nicht.

Am 3. April 2026 hat Google auf der offiziellen Data Anomalies Page eine Meldung veröffentlicht, die es in sich hat. Sinngemäß: Ein Logging-Fehler verhindert seit dem 13. Mai 2025, dass die Search Console Impressionen korrekt erfasst. Die Korrektur wird in den nächsten Wochen ausgerollt. Impressionen werden sinken. Klicks und andere Metriken waren nicht betroffen.

Elf Monate. Nicht ein paar Tage. Elf Monate falscher Daten im wichtigsten kostenlosen SEO-Tool der Welt.

Was Google offiziell bestätigt hat

Googles Eintrag auf der Data Anomalies Page vom 3. April 2026 lautet wörtlich:

„A logging error is preventing Search Console from accurately reporting impressions from May 13, 2025 onward. This issue will be resolved over the next few weeks; as a result, you may notice a decrease in impressions in the Search Console Performance report. Clicks and other metrics were not affected by the error, and this issue affected data logging only.“— Google, Data Anomalies in Search Console, 3. April 2026

Zusätzlich hat ein Google-Sprecher gegenüber Search Engine Land bestätigt:

„We identified a reporting error in Search Console that temporarily led to an over-reporting of impressions from May 13, 2025 onward. Bug fixes are being implemented to ensure accurate reporting.“— Google-Sprecher, via Search Engine Land, 3. April 2026

Google selbst spricht also von „over-reporting of impressions“. Nicht von einer marginalen Abweichung, sondern von systematisch zu hohen Zahlen. Über fast ein ganzes Jahr.

Betroffen

Nicht betroffen

Impressionen im Performance-Report

Klicks

Berechnete CTR (Nenner aufgebläht)

Durchschnittliche Position

Impressions-basierte Trendanalysen

Tatsächliche Suchperformance

Datenerfassung (Logging)

Rankings und Indexierung

Das ist kein Algorithmus-Update. Kein Penalty. Kein Ranking-Verlust. Es ist ein Zählfehler in Googles Reporting-System – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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Das Krokodil bekommt einen Riss: Was die Branche übersehen hat

Erinnerst Du Dich an das „Krokodil“ in der Search Console? Letzten Herbst war das DAS Bild in der SEO-Szene: Impressionen steigen, Klicks stagnieren oder fallen, und der Graph sieht aus wie ein Krokodilmaul, das sich öffnet. Die gängige Erklärung: AI Overviews. Google zeigt Nutzern die Antwort direkt in den Suchergebnissen an, die Leute sehen Dein Ergebnis (Impression), klicken aber nicht mehr drauf. Das „Great Decoupling“ – die große Entkopplung von Sichtbarkeit und Traffic.

AI Overviews spielen hier sicher eine Rolle. Aber jetzt stellt sich eine unbequeme Frage: Wie viel von diesem Krokodil-Effekt war tatsächlich AI Overviews – und wie viel war schlicht ein Zählfehler bei Google?

Glenn Gabe, einer der renommiertesten Technical SEOs weltweit, hat genau diese Frage öffentlich gestellt: Wird das Krokodil jetzt sein Maul schließen, wenn die Impressionen korrigiert werden? Werden die Zahlen wieder zusammenlaufen, weil ein guter Teil der Kluft einfach nur ein Bug war?

Das Krokodil bekommt einen Riss durch sinkende Impressionen

Was wir bei unseren Kunden beobachtet haben

Wir betreuen bei JSH Marketing rund 70 Retainer-Kunden – vom lokalen Handwerksbetrieb bis zum mittelständischen E-Commerce. Der Krokodil-Effekt war bei fast allen sichtbar. Zwei Beispiele zeigen, wie sich das konkret angefühlt hat:

Property A: Eine Zahnarztpraxis in München.

Ab Mai 2025 stiegen die Impressionen plötzlich von rund 22.000 auf über 38.000 pro Monat – bei stabilen Klicks um die 1.200. Unsere Ersteinschätzung damals: Die Praxis rankt für mehr Long-Tail-Anfragen auf den hinteren Positionen, möglicherweise durch neue Informational-Seiten, die wir aufgebaut hatten. Ein Blick in Sistrix zeigte einen stabilen bis leicht steigenden Sichtbarkeitsindex – also kein Widerspruch. Wir haben das als positives Signal gewertet und im Report entsprechend kommuniziert.

Property B: Ein E-Commerce-Shop für Tiernahrung und Zubehör.

Hier explodierten die Impressionen förmlich: von rund 120.000 auf über 210.000 pro Monat. Klicks blieben stabil bei etwa 4.800. Wir haben das primär auf AI Overviews zurückgeführt – der Krokodil-Effekt in Reinform. Dazu kam die Überlegung, dass SEO-Tool-Bots (num=100-Abfragen) die Impressionen zusätzlich aufblähen könnten, was sich im September 2025 dann auch bestätigte.

Als im September 2025 der num=100-Parameter abgeschaltet wurde, brachen die Impressionen bei beiden Properties um 48–55 % ein. Klicks? Stabil. Sistrix? Seitwärts. Wir haben damals die Baseline neu gesetzt und in den Reports klar kommuniziert: Das ist eine Änderung im Messinstrument, kein Sichtbarkeitsverlust.

Was wir damals noch nicht wussten: Unter dem num=100-Effekt lag der Logging-Bug. Die September-Korrektur hat nur eine Schicht der Inflation entfernt – die andere lief still weiter. Erst jetzt, mit Googles Bestätigung vom 3. April 2026, wird klar: Die Impressionen nach dem September-Drop waren immer noch zu hoch.

Metrik

Zahnarztpraxis München

E-Commerce (Tiernahrung)

Impressionen (Mai–Aug 2025)

ca. 38.000 / Monat

ca. 210.000 / Monat

Impressionen (nach num=100-Drop, Okt 2025)

ca. 19.000 / Monat (−48 %)

ca. 95.000 / Monat (−55 %)

Klicks im gleichen Zeitraum

Stabil: Ø 1.200 / Monat

Stabil: Ø 4.800 / Monat

CTR vorher (aufgebläht)

3,2 %

2,3 %

CTR nachher (korrigiert)

6,3 %

5,1 %

Sistrix SI Verlauf

Seitwärts / leicht steigend

Leicht steigend

Unsere Ersteinschätzung damals

Mehr Suchanfragen, hintere Positionen

Bot-Traffic, AI Overviews

Tatsächliche Ursache

GSC Logging-Bug + num=100

GSC Logging-Bug + num=100

Die Lektion aus diesen beiden Properties ist lehrreich: Wir haben damals alles richtig gemacht, was man mit den verfügbaren Informationen machen konnte – Sistrix-Gegencheck, Klickdaten als Anchor, proaktive Stakeholder-Kommunikation. Aber das Messinstrument selbst war fehlerhaft, und das konnte niemand wissen. Diagnose vor Therapie heißt eben auch: Manchmal liegt das Problem nicht beim Patienten, sondern beim Thermometer.

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Was das konkret für Deine Daten bedeutet

  • Deine CTR war nie so schlecht, wie sie aussah. CTR ist Klicks geteilt durch Impressionen. Wenn der Nenner aufgebläht war, sah Deine CTR künstlich niedrig aus. Bei der Zahnarztpraxis oben: Die CTR sah nach 3,2 % aus – tatsächlich lag sie bei über 6 %. Wer auf Basis solcher Zahlen Title Tags optimiert hat, hat möglicherweise ein Problem gelöst, das gar nicht existierte.
  • Deine „steigende Sichtbarkeit“ war teilweise Luft. Viele Teams – auch Agenturen – haben steigende Impressionen als Beweis für wachsende organische Sichtbarkeit genommen. Ein Teil davon war wahrscheinlich echt. Aber ein Teil war eben auch der Bug. Jetzt, wo die Korrektur kommt, sieht es in den Reports so aus, als würde die Sichtbarkeit einbrechen – obwohl sich an der tatsächlichen Performance nichts geändert hat.
  • Year-over-Year-Vergleiche sind aktuell Makulatur. Wer Q2 2026 mit Q2 2025 vergleicht, vergleicht korrigierte Daten mit aufgeblähten Daten. Das Ergebnis: ein scheinbarer Rückgang, der keiner ist.
  • Was stabil geblieben ist: Klicks, Conversions und Dein organischer Traffic in GA4. Google hat das explizit bestätigt. Wenn Deine GSC-Klicks und Deine GA4-Sessions übereinstimmen und stabil sind, hat sich an Deiner realen Performance nichts verändert.

Die Timeline: 2025 war ein Ausnahmejahr für GSC-Datenqualität

Dieser Bug steht nicht isoliert da. 2025 war das turbulenteste Jahr für GSC-Datenqualität, das ich in über 15 Jahren SEO erlebt habe. Hier die Chronologie:

Datum

Ergebnis

13. Mai 2025

Logging-Fehler beginnt – Impressionen werden systematisch zu hoch erfasst

17. Juni 2025

Google integriert AI-Mode-Daten in GSC-Performance – ohne eigenen Filter

14. Sep. 2025

Google deaktiviert num=100-Parameter – Bot-Impressionen verschwinden (−40–60 %)

Dez. 2025

Massive Verzögerungen im Performance- und Page-Indexing-Report

28. Feb. / 1. Mär. 2026

Zwei Tage Bulk-Data-Export fehlen – laut Google nicht wiederherstellbar

3. April 2026

Google bestätigt offiziell den Impressionen-Bug und startet Korrektur

Zwischen Mai und September 2025 liefen also zwei Effekte gleichzeitig: Der Bug hat die Impressionen nach oben verzerrt, die num=100-Abschaltung hat sie dann nach unten korrigiert. Dazu kommt seit Juni 2025 die Integration der AI-Mode-Daten, die bis heute nicht separat auswertbar sind. Eine saubere Trennung dieser drei überlagerten Effekte ist nachträglich praktisch unmöglich.

So prüfst Du, ob Deine Properties betroffen sind

Schritt 1: Datumsbereich eingrenzen.
Setze in der GSC den Vergleichszeitraum auf die letzten 7 Tage vs. die 7 Tage davor. Sinken Impressionen signifikant bei stabilen Klicks? Das ist die Bug-Korrektur.

Schritt 2: Device-Segmentierung prüfen.
Brodie Clark, der den Bug als einer der Ersten öffentlich gemeldet hat, beobachtete die stärksten Anomalien auf Desktop – insbesondere bei Merchant Listings und Google Images. Schau Dir diese Filter gezielt an.

Schritt 3: GA4-Gegencheck.
Vergleiche Deine GSC-Klicks mit organischen Sessions in GA4. Wenn beides stabil ist, hast Du kein Performance-Problem – nur ein Reporting-Problem, das Google gerade behebt.

Schritt 4: Branded vs. Non-Branded trennen.
Echte SEO-Probleme clustern sich typischerweise um bestimmte Seitentypen oder Geräte. Ein Reporting-Bug trifft breit und gleichmäßig. Wenn der Rückgang gleichmäßig über alle Query-Typen streut, ist das ein starkes Indiz für den Bug.

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Was Du jetzt tun solltest

Erstens: Keine Panik.
Wenn Deine Impressionen in den nächsten Wochen sinken, ist das die Korrektur eines Zählfehlers – kein Ranking-Verlust, kein Penalty, kein Algorithmus-Update.

Zweitens: Annotationen setzen.
Markiere in der Search Console den 13. Mai 2025 (Bug-Start) und den 3. April 2026 (Korrektur-Start). Custom Annotations sind seit kurzem direkt in der GSC möglich. Mach das jetzt, nicht nächste Woche.

Drittens: Klicks als primäre Metrik verwenden.
Klicks waren vom Bug nicht betroffen. Gleiche Deine GSC-Klickdaten mit den organischen Sessions in GA4 ab. Wenn beides stabil ist, hast Du kein Problem.

Viertens: CTR-Analysen pausieren.
Jede CTR-Analyse zwischen Mai 2025 und dem vollständigen Fix basiert auf einem aufgeblähten Nenner. Warte, bis die Korrektur durch ist – Google spricht von „mehreren Wochen“.

Fünftens: Stakeholder proaktiv informieren.
Wenn Du SEO-Reports an Kunden oder Entscheider lieferst: Kommuniziere den Bug aktiv. Ein kurzer Absatz im nächsten Report verhindert unangenehme Fragen, wenn die Impressionen fallen. Wir bei JSH Marketing haben unsere Kunden innerhalb von 48 Stunden nach Googles Bestätigung informiert. Das ist kein Zeichen von Schwäche – das ist professionelles SEO.

Sechstens: GSC-Daten regelmäßig exportieren.
Google hat bereits gezeigt (fehlende Tage am 28. Februar und 1. März 2026), dass historische Daten nicht immer wiederherstellbar sind. Regelmäßige Exports über die API oder Bulk Data Export sind keine Paranoia – sie sind professionelle Praxis.

Die eigentliche Lektion

Die Google Search Console ist und bleibt das wichtigste Tool für organische Suchdaten. Aber sie ist nicht unfehlbar. Und wer sich ausschließlich auf eine einzige Datenquelle verlässt – egal ob GSC, GA4 oder Sistrix – baut auf Sand.
Ich sage meinen Kunden seit Jahren: Diagnose vor Therapie. Bevor Du Maßnahmen ergreifst, musst Du verstehen, was die Daten tatsächlich aussagen. Und manchmal sagen sie weniger aus, als Du denkst – weil das Messinstrument selbst fehlerhaft ist.
Kant hat gesagt: Sapere aude – hab den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen. Das gilt auch für Daten. Wenn eine Zahl zu gut aussieht, um wahr zu sein, dann frag Dich, ob sie wahr ist. Wenn Impressionen steigen, aber Klicks nicht mitziehen, dann such die Ursache, bevor Du den Champagner aufmachst.

Die Korrektur, die jetzt kommt, ist keine schlechte Nachricht. Sie ist eine gute Nachricht, die sich schlecht anfühlt. Weil genauere Daten immer besser sind als schöne Daten. Und weil die nächste Anomalie kommt – garantiert.

Julian Hofmann JSH Marketing
Über den Autor:
Julian Hofmann ist Gründer & Geschäftsführer von JSH Marketing. Seit über 15 Jahren brenne ich für das Suchmaschinenmarketing – für mich ist das mehr als nur Zahlen, sondern die Verbindung aus analytischer Präzision und strategischem Weitblick. Mit meinem Hintergrund in der Philosophie hinterfrage ich gerne den Status Quo, um messbare Ergebnisse zu liefern, die wirklich Bestand haben.
Hier im Blog beantworte ich die Fragen, die mir in der täglichen Zusammenarbeit mit meinen Kunden begegnen – ehrlich, fundiert und direkt aus der Praxis.

Quellen

Google, Data Anomalies in Search Console (3. April 2026): support.google.com/webmasters/answer/6211453

Search Engine Land, Danny Goodwin: „Google is fixing a Search Console bug that inflated impression counts“ (3. April 2026)

Search Engine Roundtable, Barry Schwartz: „GSC Logging Error Yielded Inflated Impressions Since May 2025“ (6. April 2026)

Getpassionfruit.com: „Google Search Console Impression Bug: 11 Months of Inflated Data“ (April 2026)

Ahrefs Blog: „The Great Decoupling (or Why Your Clicks Are Down and Impressions Up)“ (Januar 2026)

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