Letzte Woche stand ich vor einem hartnäckigen technischen Problem mit einer Kunden-Website (Ja, ich kümmere mich um technische Probleme oft gern selbst). Statt wie früher verschiedene Foren und Dokumentationen einzeln zu durchsuchen, aktivierte ich Google’s AI Overviews und stellte eine komplexe Frage: “Mehrere Wege, um Core Web Vitals bei WordPress zu verbessern, ohne Plugin-Performance zu beeinträchtigen.”
Die Antwort kam sofort: Ein strukturierter Überblick mit fünf konkreten Lösungsansätzen, sauber kategorisiert und mit Quellenangaben versehen. Innerhalb von Sekunden hatte ich einen Überblick, für den ich früher mindestens 20 Minuten recherchiert hätte. Beeindruckend? Definitiv. Perfekt? Keineswegs.
Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass zwei der vorgeschlagenen Lösungen veraltet waren und eine weitere zu meinem spezifischen WordPress-Setup nicht passte. Die KI hatte zwar schnell aggregiert, aber die Nuancen meines Problems nicht vollständig verstanden. Ein klassisches Beispiel dafür, wie Googles Search Generative Experience die Suchlandschaft revolutioniert – mit allen Vor- und Nachteilen.
Diese Erfahrung spiegelt wider, was Millionen von Nutzern weltweit erleben, seit Google seine AI Overviews schrittweise ausrollt. In Deutschland sind die KI-Übersichten seit März 2025 verfügbar und bereits bei vielen Suchanfragen sichtbar. Die Konsequenz: Seitdem verlieren viele Websites an Traffic – die Google Search Console zeigt Entwicklungen bei denen die Impressionen sogar steigen, aber die Klicks systematisch abnehmen.
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Während informationsgetriebene Branchen wie Gesundheit bis zu 67,5% oder Technologie bis zu 23% der Suchanfragen mit einer AI Overview beantwortet bekommen, liegt die Quote in kommerziellen Bereichen unter 6%. Parallel dazu nutzen immer mehr Menschen ChatGPT, Perplexity und andere KI-Tools für ihre Recherchen – eine Entwicklung, die die gesamte Online-Landschaft nachhaltig verändert und Website-Betreiber zum Umdenken zwingt.
Was ist Google SGE/AI Overviews?
Definition und Funktionsweise
Um die aktuelle Entwicklung zu verstehen, müssen wir zunächst zwischen zwei Begriffen unterscheiden, die oft fälschlicherweise synonym verwendet werden: Search Generative Experience (SGE) und AI Overviews.
SGE war Googles experimentelle Bezeichnung für KI-gestützte Suchantworten, die im Mai 2023 in den USA über Google Search Labs eingeführt wurde. Nutzer mussten sich aktiv für das Experiment anmelden und konnten die Funktion testen. SGE war explizit als Experiment positioniert – mit allen Einschränkungen und Unzulänglichkeiten, die man von einer Beta-Version erwarten würde.
AI Overviews hingegen ist die produktive, für alle Nutzer verfügbare Version dieser Technologie, die Google seit Mai 2024 schrittweise in den USA ausrollt. Der Namenswechsel war bewusst gewählt: AI Overviews sind weniger experimentell, erscheinen seltener und sind stärker kuratiert als die ursprüngliche SGE-Version.
Der fundamentale Unterschied zur traditionellen Suche liegt in der Art der Informationsverarbeitung. Während klassische Suchmaschinen Dokumente indexieren und nach Relevanz-Signalen sortieren, generieren KI-Antworten neue Inhalte basierend auf vorhandenen Quellen. Statt Dir eine Liste von zehn blauen Links zu präsentieren, aus denen Du selbst die relevanten Informationen zusammensuchen musst, liefert die KI eine synthesierte Antwort direkt im Suchergebnis.
Diese Transformation ist radikal: Aus einem Vermittler zwischen Frage und Antwort wird Google zu einem Antwortgeber. Die Suchmaschine interpretiert Deine Frage, durchsucht ihre Datenbank, analysiert multiple Quellen und formuliert eine kohärente Antwort – alles in Sekundenschnelle.
Die Technologie dahinter
Die KI-Antworten basieren auf einer Kombination verschiedener Large Language Models und Googles etablierter Suchinfrastruktur. PaLM 2 (Pathways Language Model 2) bildete zunächst das Rückgrat der SGE-Antworten, wurde aber zunehmend durch Gemini ergänzt und teilweise ersetzt. Diese Modelle wurden speziell für Search-Anwendungen trainiert und mit Googles MUM (Multitask Unified Model) kombiniert, das bereits seit 2021 für komplexere Suchanfragen eingesetzt wird.
Was SGE und AI Overviews von reinen Chatbots wie ChatGPT unterscheidet, ist die Integration mit Googles bestehender Suchinfrastruktur. Die KI greift nicht nur auf Trainingsdaten zurück, sondern kann aktuelle Webinhalte analysieren und in die Antwort einbeziehen. Gleichzeitig nutzt sie Googles Knowledge Graph, um Entitäten zu verstehen und Beziehungen zwischen Konzepten herzustellen.
Der Generierungsprozess läuft vereinfacht so ab: Die KI analysiert Deine Suchanfrage, identifiziert relevante Dokumente aus dem Google-Index, extrahiert die wichtigsten Informationen und formuliert eine natürlichsprachliche Antwort. Dabei berücksichtigt sie Faktoren wie Aktualität, Autorität der Quellen und die spezifische Fragestellung.
Wann werden KI-Antworten ausgelöst?
Nicht jede Suchanfrage löst eine KI-Antwort aus. Google hat bewusst Filter implementiert, die bestimmen, wann AI Overviews erscheinen. Die wichtigsten Trigger sind:
Informational Queries mit Komplexität eignen sich besonders gut für KI-Antworten. Fragen wie “Wie funktioniert Entity SEO?” oder “Unterschied zwischen PPC und SEO” sind ideal, weil sie eine synthesierte Antwort aus mehreren Quellen erfordern. Die KI kann verschiedene Perspektiven zusammenführen und eine umfassende Erklärung liefern.
Vergleichende Suchanfragen profitieren ebenfalls stark von KI-Integration. Wenn Du “iPhone 15 vs Samsung Galaxy S24” suchst, kann die KI strukturierte Vergleiche mit Pro-/Contra-Listen erstellen, statt Dich auf verschiedene Review-Websites zu verweisen.
Navigational Queries lösen dagegen selten AI Overviews aus. Wenn jemand “Facebook” oder “Amazon” sucht, ist die Intention klar – er möchte zur entsprechenden Website. Eine KI-Antwort wäre hier hinderlich, statt hilfreich.
Transactional Queries werden differenziert behandelt. Einfache Kaufanfragen wie “iPhone 15 kaufen” führen eher zu Shopping-Anzeigen als zu KI-Antworten. Komplexere Entscheidungshilfen wie “Welches Smartphone für Business-Nutzer unter 800 Euro” können jedoch AI Overviews auslösen. YMYL-Themen (Your Money or Your Life) sind besonders strikt gefiltert. Medizinische Diagnosen, Finanzberatung oder Rechtsauskünfte sollen nicht durch KI-Antworten ersetzt werden. Hier zeigt Google weiterhin primär etablierte, vertrauenswürdige Quellen.
Von SGE zu AI Overviews: Was hat sich geändert?
Der Übergang von SGE zu AI Overviews war mehr als nur eine Umbenennung. Google hat aus den Erfahrungen der Testphase gelernt und bedeutende Anpassungen vorgenommen.
Häufigkeit der Anzeige: SGE erschien bei einem deutlich höheren Prozentsatz der Suchanfragen als AI Overviews. Die produktive Version ist zurückhaltender und erscheint nur bei Queries, wo Google hohe Konfidenz in der Antwortqualität hat.
Länge und Detailgrad: AI Overviews sind tendenziell kürzer und fokussierter als SGE-Antworten. Google hat erkannt, dass zu lange KI-Antworten die Nutzer überfordern und die Wahrscheinlichkeit von Fehlern erhöhen.
Quellenintegration: Die Art, wie Quellen präsentiert werden, hat sich verfeinert. AI Overviews zeigen relevante Links prominenter an und machen es einfacher, zu den ursprünglichen Quellen zu gelangen.
Qualitätskontrolle: Die Filter für problematische Inhalte wurden verschärft. AI Overviews durchlaufen strengere Qualitätskontrollen als die experimentelle SGE-Version.
Monetarisierung: In AI Overviews sind Anzeigen besser integriert, während SGE weitgehend werbefrei war. Google experimentiert mit verschiedenen Ansätzen, um KI-Antworten zu monetarisieren, ohne die Nutzererfahrung zu beeinträchtigen.
Diese Entwicklung zeigt Googles Lernkurve: Von der experimentellen Technologie-Demonstration hin zu einem produktiven Feature, das sowohl Nutzer als auch Werbetreibende zufriedenstellen muss. AI Overviews sind das Ergebnis dieser Optimierung – weniger spektakulär als SGE, aber stabiler und für den Massenmarkt geeigneter.
AI Overviews in Deutschland: Status Quo und Verfügbarkeit
Rollout-Timeline und offizieller Start
Deutschland musste länger auf AI Overviews warten als zunächst erwartet. Während die USA bereits im Mai 2024 den vollständigen Rollout erlebten, begann Google erst am 26. März 2025 mit der offiziellen Einführung in Deutschland und acht weiteren europäischen Ländern.1
Bereits in den Wochen vor dem offiziellen Start waren AI Overviews sporadisch in deutschen Suchergebnissen zu sehen, doch dabei handelte es sich um begrenzte Tests, die nicht alle Nutzer erreichten. Ein Google-Sprecher bestätigte bereits im März 2025, dass die KI-Übersichten bei “einem kleinen Prozentsatz des Traffics” in Deutschland und der Schweiz getestet wurden.2
Der schrittweise Rollout erklärt sich durch Googles vorsichtigen Ansatz in Europa. Anders als in den USA, wo AI Overviews bereits bei über 40% der Suchanfragen erschienen3, testete Google in Deutschland zunächst die Akzeptanz und Funktionalität der deutschen Sprachversion. Die Verzögerung zeigt auch, wie sehr Google die europäischen Datenschutzbestimmungen und die kritischere Haltung gegenüber KI-Systemen berücksichtigt.
Verfügbarkeit und Nutzerbedingungen
Die AI Overviews sind in Deutschland nicht für alle Nutzer gleichermaßen verfügbar. Voraussetzung ist die Anmeldung mit einem Google-Konto und ein Mindestalter von 18 Jahren. Diese Einschränkung gilt sowohl für private als auch für Business-Accounts und soll sicherstellen, dass nur erwachsene Nutzer die experimentelle KI-Funktion nutzen.
Sprachunterstützung: Die “Übersicht mit KI” – so die deutsche Bezeichnung – funktioniert sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch.4 Dies ermöglicht es deutschen Nutzern, auch englischsprachige Suchanfragen mit KI-Antworten zu erhalten. In anderen europäischen Ländern wie Belgien steht zum Start nur Englisch zur Verfügung.
Automatische Aktivierung: Anders als bei der ursprünglichen SGE-Testphase müssen sich deutsche Nutzer nicht aktiv für die Funktion anmelden. AI Overviews sind automatisch aktiviert und erscheinen, wenn Google sie als hilfreichste Antwort auf eine Suchanfrage einstuft.
Häufigkeit und Beobachtungen aus der Praxis
Entgegen der ursprünglichen Erwartung sporadischer Sichtungen zeigen sich AI Overviews in Deutschland nahezu bei jeder relevanten Suchanfrage. Diese Beobachtung deckt sich mit aktuellen Daten aus der Praxis: Eine Analyse von über 1.000 Keywords zeigte, dass 668 Keywords (66,8%) AI Overviews auslösten.5
Die durchschnittliche Länge der deutschen AI Overviews liegt bei 1.015 Zeichen, wobei die kürzesten Antworten 709 Zeichen und die längsten bis zu 3.221 Zeichen umfassen. Dies zeigt, dass Google auch in Deutschland ausführliche, strukturierte Antworten generiert, die deutlich über einfache Snippets hinausgehen.
Unterschiede zur US-Implementierung: Während AI Overviews in den USA zunächst bei bis zu 42% der Suchanfragen erschienen, später aber auf nur 4,5% reduziert wurden, zeigt sich in Deutschland eine konsistentere Ausspielung. Dies könnte darauf hindeuten, dass Google aus den US-Erfahrungen gelernt und die Qualitätsfilter entsprechend angepasst hat.
Branchen-spezifische Unterschiede: In informationsgetriebenen Bereichen wie Gesundheit oder Technologie erscheinen AI Overviews häufiger als bei kommerziellen Suchanfragen. Bei kommerziellen Queries liegt die Quote deutlich unter 6%, um Googles Werbeplattform nicht zu kannibalisieren.6
Monitoring und Anpassungen
Google rollt die AI Overviews in Deutschland nicht statisch aus, sondern passt die Funktion basierend auf Nutzerfeedback kontinuierlich an. Dies zeigt sich in der graduellen Verfügbarkeit – nicht alle Nutzer sehen die KI-Übersichten sofort, sondern werden nach und nach in das System integriert.
Werberelevanz: Anders als in den USA gibt es in Deutschland noch keine Anzeigenplatzierungen innerhalb der AI Overviews. Werbung wird ausschließlich über und unter den KI-Übersichten ausgespielt – und auch nur dann, wenn sie als relevant für die Suchanfrage und den Inhalt der KI-Antwort eingestuft wird.
Feedback-Integration: Google reagiert aktiv auf Nutzerfeedback und passt sowohl die Häufigkeit als auch die Qualität der AI Overviews entsprechend an. Dies erklärt, warum die Implementierung in Deutschland stabiler erscheint als die ursprüngliche US-Version.
Die Verfügbarkeit der AI Overviews in Deutschland markiert einen Wendepunkt für die deutsche SEO-Landschaft. Nach monatelangem Warten können deutsche Unternehmen nun direkt beobachten, wie sich KI-Antworten auf ihre Sichtbarkeit und ihren Traffic auswirken. Die nahezu flächendeckende Verfügbarkeit macht deutlich: AI Overviews sind nicht mehr experimentell, sondern ein fester Bestandteil der deutschen Google-Suche geworden.
Auswirkungen auf Website-Traffic: Die neue Realität
Die Einführung von AI Overviews hat messbare und teilweise dramatische Auswirkungen auf den Website-Traffic. Während Google behauptet, AI Overviews würden zu höheren Klickraten führen, zeigen unabhängige Studien ein anderes Bild. Die Auswirkungen variieren jedoch stark je nach Suchintention, wodurch sich neue Strategien für verschiedene Query-Typen ergeben.
Traffic-Veränderungen nach Suchintention
Informational Queries: Drastische Auswirkungen auf Klickraten
Informational Queries sind am stärksten von AI Overviews betroffen. Eine Analyse von 300.000 Keywords durch Ahrefs zeigt einen 34,5% niedrigeren CTR für Position 1, wenn AI Overviews in den Suchergebnissen erscheinen.7 Die Studie verglich ähnliche informationelle Keywords mit und ohne AI Overviews und fand einen dramatischen Rückgang von 0,073 auf 0,026 CTR für die ersten Positionen.
Parallel dazu zeigt eine Untersuchung von Seer Interactive, dass organische CTR bei Queries mit AI Overviews von 1,41% auf 0,64% gefallen ist – ein Rückgang von über 50%. Diese Zahlen decken sich mit der Beobachtung, dass AI Overviews besonders bei informationellen Suchanfragen erscheinen, wo sie oft ausreichende Antworten liefern, um den Klick auf eine Website zu ersetzen.
Navigational Queries: Überraschende Entwicklungen
Navigational Queries galten ursprünglich als weitgehend geschützt vor AI Overviews. Eine aktuelle Semrush-Analyse zeigt jedoch, dass navigational AI Overviews sich verdoppelt haben – ein wichtiges Signal dafür, dass selbst Branded Traffic nun gefährdet ist. Dies ist besonders relevant für Unternehmen, die sich auf ihre Markenbekanntheit und direkten Traffic verlassen haben.
Die Auswirkungen auf navigational Queries sind jedoch weniger vorhersagbar als bei informationellen Suchanfragen. Während die Häufigkeit von AI Overviews zunimmt, bleibt die Nutzerintention bei Marken-Suchanfragen oft klar: Der Nutzer möchte zur spezifischen Website. Dies könnte erklären, warum die CTR-Einbußen hier weniger dramatisch ausfallen als bei informationellen Queries.
Transactional Queries: Gemischte Ergebnisse
Transactional Queries zeigen die komplexesten Auswirkungen. Einfache Kaufanfragen wie “iPhone 15 kaufen” lösen selten AI Overviews aus, da Google diese Queries primär über Shopping-Anzeigen und Product Listings monetarisiert. Die Semrush-Studie bestätigt, dass kommerziell wertvolle Keywords mit CPC über 2$ und niedriger Keyword-Difficulty weitgehend unberührt bleiben.8
Komplexere Entscheidungshilfen wie “Bestes Smartphone für Business unter 800 Euro” können jedoch AI Overviews auslösen. Hier entstehen neue Chancen für Unternehmen, die als Quellen in den KI-Antworten erscheinen. Die Click-Through-Rate wird dabei weniger durch die reine Position, sondern durch die Qualität der Erwähnung in der AI Overview bestimmt.
Commercial Investigation: Neue Chancen und Risiken
Commercial Investigation Queries – Suchanfragen, die Kaufentscheidungen vorbereiten – zeigen besonders interessante Muster. Eine Studie von Tuya Digital fand heraus, dass 42% der Gesundheits-Queries AI Overviews auslösten, aber nur 16% der E-Commerce-Queries. Dies zeigt, dass Google bei kommerziellen Queries vorsichtiger agiert, um das Werbegeschäft nicht zu gefährden.9
Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für Unternehmen, die als Experten in AI Overviews zitiert werden. Die Seer Interactive-Studie zeigt, dass Branded Traffic tatsächlich steigt, wenn eine Marke in AI Overviews erwähnt wird. Dies schafft neue Strategien für Content-Marketing und Thought Leadership.
Zero-Click-Searches nehmen zu
Die Zunahme von Zero-Click-Searches ist eine der deutlichsten Auswirkungen von AI Overviews. Eine Clarity Global-Analyse zeigt, dass Clicks um 23% von Januar bis April 2025 gefallen sind, während gleichzeitig die Impressionen stiegen. Dies bestätigt, dass mehr Nutzer ihre Fragen direkt in den Suchergebnissen beantwortet bekommen, ohne auf Websites zu klicken.
Branchen-spezifische Auswirkungen
Die Auswirkungen variieren stark zwischen verschiedenen Branchen. Die Semrush-Studie zeigt, dass Science-Content am stärksten betroffen ist, da wissenschaftliche Inhalte oft strukturierte, consensus-basierte Antworten liefern, die sich ideal für AI-Synthese eignen. Gesundheits- und Rechtsthemen folgen ähnlichen Mustern, obwohl diese eigentlich als YMYL-Themen gelten.
Im Gegensatz dazu bleiben E-Commerce und lokale Businesses weniger betroffen, da ihre Queries oft transaktional oder navigational sind. Dies erklärt, warum Local SEO weiterhin eine wichtige Rolle spielt, auch wenn sich die allgemeine Suchlandschaft verändert.
Langfristige Auswirkungen auf Publisher
Die längerfristigen Auswirkungen auf Publisher und Content-Ersteller sind besorgniserregend. Eine Studie von Advanced Web Ranking zeigt, dass die CTR-Unterschiede zwischen verschiedenen Industrien sich verdreifacht haben. Während Law & Politics Websites einen CTR-Gewinn von 7,39 Prozentpunkten verzeichneten, verloren Science-Websites 6,03 Prozentpunkte.10
Diese Entwicklung deutet auf eine zunehmende Polarisierung hin: Websites, die als Autoritäten in AI Overviews etabliert sind, profitieren überproportional, während andere dramatische Traffic-Verluste erleiden. Dies macht die Bedeutung von E-A-T-Optimierung und Autorität-Aufbau noch wichtiger.
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Auswirkungen auf Paid Search
AI Overviews beeinflussen nicht nur organischen Traffic, sondern auch bezahlte Suchergebnisse. Die Seer Interactive-Studie zeigt, dass Paid Search CTR um mehr als 25% gefallen ist (von 8,76% auf 6,56%), wenn AI Overviews in den Suchergebnissen erscheinen. Dies ist besonders relevant für Unternehmen, die stark auf Google Ads setzen.11
Neue Optimierungsstrategien erforderlich
Die Daten zeigen deutlich, dass traditionelle SEO-Metriken wie reine Keyword-Rankings an Bedeutung verlieren. Stattdessen wird die Autorität und Zitierfähigkeit von Content zum entscheidenden Faktor. Websites müssen sich darauf konzentrieren, als vertrauenswürdige Quellen für AI-Systeme erkannt zu werden, anstatt nur für bestimmte Keywords zu ranken.
Die Entwicklung macht deutlich, dass sich die gesamte SEO-Landschaft fundamental verändert hat. Während die Gesamtauswirkungen noch nicht vollständig absehbar sind, zeigen die verfügbaren Daten bereits jetzt: AI Overviews sind nicht nur eine neue SERP-Feature, sondern eine fundamentale Veränderung der Art, wie Menschen suchen und Informationen konsumieren.
Ein Jahr AI Overviews: Die Bilanz
AI Overviews haben sich seit dem Deutschland-Rollout im März 2025 von einem experimentellen Feature zu einem festen Bestandteil der Google-Suche entwickelt und erscheinen bei nahezu jeder relevanten Suchanfrage. Die Auswirkungen sind dramatisch: Informationelle Suchanfragen verzeichnen Klickraten-Rückgänge von 34,5% für Position 1, während kommerzielle Keywords weitgehend verschont bleiben – eine bewusste Entscheidung Googles zum Schutz der Werbeplattform. Parallel etablieren sich ChatGPT, Perplexity und Claude als alternative Recherche-Tools, was den Druck auf traditionelle SEO-Strategien weiter verstärkt. Der verspätete Deutschland-Rollout erwies sich als Vorteil, da Google aus den US-Erfahrungen lernte und eine stabilere Implementierung lieferte. Für Website-Betreiber bedeutet dies eine fundamentale Strategieanpassung: Statt nur für Keywords zu optimieren, müssen sie sich als zitierfähige Autoritäten etablieren, denn die Daten zeigen, dass Marken, die in AI Overviews erwähnt werden, sogar von steigenden Klickraten profitieren. Wie meine eingangs geschilderte Erfahrung mit den technischen Problemen zeigt, sind AI Overviews schnell, aber nicht perfekt – dennoch ist die AI-Revolution in der Suche bereits Realität geworden und erfordert eine proaktive Anpassung statt passives Abwarten.
Quellen
- Google neue Suchfunktion AI Overviews Deutschland ↩︎
- Google AI Overviews Übersicht mit KI Deutschland ↩︎
- Google KI Übersichten ↩︎
- Google neue Suchfunktion AI Overviews Deutschland ↩︎
- Google AI Overviews in Deutschland ↩︎
- Google KI Übersichten ↩︎
- AI Overviews reduce clicks ↩︎
- Semrush AI Overviews Study ↩︎
- Impact of AI Search Engines on organic traffic ↩︎
- Google CTR Study AI Overviews rise as click rates decline ↩︎
- How AI Overviews are impacting CTR ↩︎