Ein Ankertext, auch Linktext, Verweistext oder englisch anchor text, ist der sichtbare, klickbare Teil eines Links. Er ist das Bindeglied zwischen zwei Seiten: Er sagt dem Nutzer, was ihn erwartet, und er sagt Google, worum es auf der Zielseite geht. Klingt simpel, ist es aber nicht. Denn falsch eingesetzt schaden Ankertexte Deiner SEO-Strategie mehr, als sie helfen.
In diesem Artikel zeige ich Dir, wie Du gute Ankertexte schreibst, welche Typen es gibt, wann Du welchen einsetzt, mit welcher Verteilung Du rechnen solltest und welche Fehler ich in der Agenturarbeit täglich sehe.
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Warum Ankertexte für SEO entscheidend sind
Backlinks gehören zu den wichtigsten Rankingfaktoren – aber nicht jeder Backlink wirkt gleich. Den Unterschied macht oft der Linktext. Suchmaschinen wie Google lesen den Ankertext, um zu verstehen, worum es auf der verlinkten Seite geht. Ein Backlink mit dem Ankertext „SEO Agentur München“ signalisiert Google eine klare thematische Verbindung. Ein Backlink mit „hier klicken“ tut das nicht.
Das gilt genauso für interne Verlinkungen. Wer intern mit generischen Linktexten wie „weiterlesen“ oder „mehr dazu“ arbeitet, verschenkt enormes Potenzial für die Nutzerführung und die Suchmaschinenoptimierung.
Kurz gesagt: Ankertexte sind ein zentrales Werkzeug im SEO – sowohl im Offpage-Bereich (Linkaufbau, Backlinks, Domain-Autorität) als auch im OnPage-Bereich (interne Links, Navigation, User Experience).
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Die sieben Typen von Ankertexten
Nicht jeder Ankertext funktioniert für jeden Zweck gleich gut. Diese sieben Typen solltest Du unterscheiden.
Der Brand-Ankertext nutzt den Marken- oder Firmennamen als Linktext, etwa JSH Marketing. Er wirkt immer natürlich und ist die Grundlage jedes gesunden Backlinkprofils.
Der Exact-Match-Ankertext enthält das Ziel-Keyword genau so, wie es optimiert wird, etwa SEO Agentur München. Er wirkt am stärksten auf das Ranking und ist gleichzeitig der riskanteste Typ, wenn er zu häufig auftritt.
Der Partial-Match-Ankertext enthält das Keyword in abgewandelter Form oder eingebettet in einen längeren Text, etwa erfahrene SEO Agentur aus München. Er kombiniert Wirkung mit Natürlichkeit und ist deshalb der Arbeitstyp im Linkaufbau.
Der verwandte (semantische) Ankertext nutzt Synonyme und thematisch nahe Begriffe, etwa Suchmaschinenoptimierung statt SEO. Oft liest man dafür „LSI-Ankertext“; LSI-Keywords im eigentlichen Sinn nutzt Google aber nicht, gemeint sind schlicht verwandte Begriffe. Er hilft Suchmaschinen beim Verständnis des Themenfelds, ohne das Profil zu belasten.
Der Longtail-Ankertext ist eine längere Phrase mit vier oder mehr Wörtern, etwa wie Du Dein Google Ranking mit internen Links verbesserst. Er wirkt sehr natürlich und passt besonders gut in redaktionelle Inhalte.
Der Naked-URL-Ankertext zeigt die URL selbst als Linktext, etwa jsh.marketing. Er trägt kaum thematische Information, gehört aber in jedes natürliche Profil, weil echte Verlinkungen so entstehen.
Der generische Ankertext besteht aus Füllwörtern wie hier klicken, mehr erfahren oder weiterlesen. Er trägt kein Signal. Extern ist er unschädlich und normal, intern ist er verschenkte Chance.
Unser Tipp aus der Praxis: Ein gesundes Backlinkprofil kombiniert alle Typen. Wer ausschließlich auf Exact-Match-Ankertexte setzt, riskiert eine Abstrafung. Wer nur Brand-Anker nutzt, verschenkt Ranking-Potenzial.
Welche Verteilung ist natürlich?
Das ist die Frage, die uns Kunden am häufigsten stellen, und die in den meisten Artikeln unbeantwortet bleibt. Feste Regeln gibt es nicht, weil jedes Profil anders wächst. Als Orientierung arbeiten wir mit dieser Größenordnung.
Rund die Hälfte aller externen Ankertexte sollte aus Brand- und Naked-URL-Ankern bestehen. Etwa ein Viertel bis ein Drittel aus Partial-Match- und verwandten Ankern. Der Rest teilt sich auf Longtail und generische Anker auf. Exact-Match-Ankertexte bleiben die kleinste Gruppe, üblicherweise unter zehn Prozent.
Diese Zahlen sind kein Gesetz, sondern ein Alarmsystem. Wenn ein Drittel Deiner Backlinks denselben exakten Suchbegriff als Linktext trägt, ist das ein Muster, das in der Natur nicht vorkommt. Genau darauf reagieren Suchmaschinen.
Wichtig ist der Blick auf die Zielseite, nicht auf die Domain. Ein Profil kann insgesamt ausgewogen aussehen, während eine einzelne Landingpage vierzig Exact-Match-Anker gesammelt hat. Das Risiko sitzt auf der Seitenebene.
So prüfst Du Deine eigene Ankertext-Verteilung
Ohne Messung ist alles Vermutung. Der Ablauf, den wir bei jedem Backlink-Audit nutzen, besteht aus vier Schritten.
Erstens: Zieh die Ankertexte Deiner Domain aus einem Backlink-Tool. Ahrefs, Sistrix oder Majestic liefern eine Liste aller Linktexte mit der Anzahl der verweisenden Domains.
Zweitens: Gruppiere sie nach den sieben Typen. Das ist Handarbeit, aber bei den meisten Domains in einer Stunde erledigt. Wichtig ist, nach verweisenden Domains zu zählen, nicht nach einzelnen Links. Ein Footer-Link auf tausend Unterseiten ist ein Anker, nicht tausend.
Drittens: Rechne die Anteile aus und halte sie gegen die Größenordnung oben. Auffällig ist ein Profil, in dem Exact-Match deutlich über zehn Prozent liegt oder Brand-Anker unter dreißig Prozent bleiben.
Viertens: Prüfe die stärksten Zielseiten einzeln. Sortiere die Anker nach Zielseite und schau, ob eine Landingpage ein Übergewicht trägt.
Wenn dieser Check ein schiefes Bild zeigt, gibt es zwei Wege. Verdünnen: neue Links mit Brand-, Longtail- und verwandten Ankern aufbauen, bis die Verteilung stimmt. Oder entfernen: bei erkennbar schädlichen Quellen die Links abbauen und im Zweifel per Disavow entwerten. Verdünnen ist fast immer der bessere Weg, weil es keine Signale zerstört.
Interne Links und externe Backlinks folgen anderen Regeln
Ein Punkt, den viele übersehen: Bei internen Verlinkungen gelten andere Spielregeln als beim externen Linkaufbau.
Bei externen Backlinks hast Du meist wenig Kontrolle darüber, welchen Ankertext eine andere Website verwendet. Deshalb ist es wichtig, im eigenen Content Ankertexte so zu formulieren, dass externe Verlinkungen natürlich entstehen – ohne dass Du auf exakte Keywords angewiesen bist. (Mehr über das Linkbuilding)
Bei internen Links hast Du volle Kontrolle. Hier kannst und solltest Du gezielter mit keyword-reichen Ankertexten arbeiten, weil das Manipulationsrisiko wegfällt und Google die interne Verlinkungsstruktur als klares Signal für die Relevanz einzelner Seiten liest. Wer beispielsweise aus mehreren Blogartikeln mit dem Ankertext „SEO Audit“ auf die entsprechende Leistungsseite verlinkt, unterstützt deren Ranking aktiv.
Praktische Regel: Interne Ankertexte dürfen spezifischer und keyword-orientierter sein. Externe Ankertexte sollten natürlich und vielfältig wirken.
So nicht – so besser: Konkrete Beispiele
Theorie ist gut – Beispiele sind besser. Hier siehst Du den Unterschied zwischen schlechten und guten Ankertexten direkt im Vergleich:
Schlechter Ankertext
Guter Ankertext
„Klick hier“
„Wie Du Dein Google-Ranking mit internen Links verbesserst“
„Mehr Informationen“
„Ankertexte: Typen, Beispiele und häufige Fehler“
„Zur Website“
„SEO Agentur München – Leistungen von JSH Marketing„
„Weiterlesen“
„Google Bewertungen richtig aufbauen – Schritt für Schritt„
„jsh.marketing/seo-agentur“
Das Prinzip dahinter: Ein guter Linktext muss auch isoliert verständlich sein, also ohne den umgebenden Satz. Wenn jemand nur den Ankertext liest und nicht weiß, wohin der Link führt, ist er zu generisch.
Was macht einen guten Ankertext aus?
Aus unserer täglichen Arbeit im Linkbuilding und der internen Verlinkung lassen sich fünf Kriterien ableiten:
Relevanz: Der Ankertext muss inhaltlich zur Zielseite passen. Ein Linktext über Keyword-Recherche, der auf eine Seite über Google Ads führt, verwirrt sowohl den Nutzer als auch Google.
Prägnanz: Ein bis drei Wörter reichen meist aus. Längere Formulierungen sind bei Longtail-Ankertexten in Ordnung, sollten aber trotzdem auf den Punkt kommen. Ein zu langer Linktext unterbricht den Lesefluss.
Natürlichkeit: Der Ankertext muss sich in den umgebenden Satz eingliedern. Wenn es sich gezwungen anfühlt, ein Keyword einzubauen, dann bau es nicht ein. Keyword Stuffing in Ankertexten ist ein bekanntes Warnsignal.
Konsistenz: Verlinke intern auf dieselbe Zielseite möglichst mit ähnlichen Ankertexten. Ständig wechselnde Linktexte für dieselbe URL schwächen das Signal.
Kontext: Der umgebende Satz zählt mit. Google liest nicht nur den Ankertext selbst, sondern auch den Inhalt darum herum. Ein kontextuell eingebetteter Link wirkt stärker als ein isolierter.
Was Google selbst über Ankertexte sagt
Google beschreibt im Search Central, was einen guten Linktext ausmacht: Er soll beschreibend, angemessen knapp und relevant für beide Seiten sein, den Link in einen Zusammenhang stellen und beim Leser die richtige Erwartung erzeugen. Nachzulesen in den Link Best Practices, Stand Dezember 2025.
Was das in der Praxis bedeutet: Google bewertet den Ankertext nicht isoliert, sondern als Teil der Verbindung zwischen zwei Seiten. Der Linktext soll für den Nutzer Orientierung bieten und für Google ein klares Signal, welches Thema die Zielseite behandelt.
Was ich in der Agenturarbeit regelmäßig sehe: Viele Websites haben intern noch dutzende Links mit hier oder mehr dazu und Bildlinks ohne Alt-Text. Das ist verschenktes Potenzial und lässt sich mit einem Crawl in wenigen Stunden beheben.
Ankertexte und Alt-Tags bei Bildlinks
Ein Sonderfall, den viele vergessen: Wenn ein Bild als Link fungiert, gibt es keinen sichtbaren Ankertext. In diesem Fall übernimmt der Alt-Text des Bildes die Funktion des Ankertexts. Google liest den Alt-Tag und nutzt ihn, um die Verbindung zwischen verlinktem Bild und Zielseite zu verstehen.
Praxis-Tipp: Prüfe alle Bildlinks auf Deiner Website. Ein leerer Alt-Tag bei einem verlinkten Bild ist für Google dasselbe wie ein leerer Ankertext – also keine verwertbare Information.
Die häufigsten Fehler bei Ankertexten
Zu viele Exact-Match-Ankertexte: Wenn ein großer Teil aller Backlinks auf eine Seite denselben Suchbegriff als Linktext trägt, wirkt das Profil manipuliert.
Generische Linktexte intern: Hier, klicken, mehr. Jeder interne Link ist eine Chance, Google die Relevanz einer Seite zu signalisieren.
Ankertexte ohne Bezug zur Zielseite: Ein Linktext, der thematisch nicht zur verlinkten Seite passt, verwirrt Nutzer und Suchmaschinen.
Keine Alt-Texte bei Bildlinks: Fehlende Alt-Texte bei verlinkten Bildern sind unsichtbare Links, für Nutzer und für Google.
Nie gemessen: Der häufigste Fehler von allen. Die meisten Websitebetreiber haben ihre Ankertext-Verteilung noch nie angeschaut.
Häufige Fragen zu Ankertexten
Wie lang sollte ein Ankertext sein?
In den meisten Fällen reichen ein bis drei Wörter. Bei Longtail-Ankertexten sind auch fünf bis sieben Wörter sinnvoll, solange der Text prägnant bleibt und sich natürlich in den Satz einfügt.
Kann ich dasselbe Keyword mehrfach als Ankertext verwenden?
Intern ja – mit Maß. Im externen Linkaufbau solltest Du für dasselbe Ziel-Keyword verschiedene Ankertext-Varianten und Synonyme verwenden, um ein natürliches Backlink-Profil aufzubauen.
Wie viele Exact-Match-Ankertexte sind zu viele?
Als Orientierung: Liegt der Anteil deutlich über zehn Prozent der verweisenden Domains, lohnt ein genauer Blick. Entscheidend ist die Verteilung je Zielseite, nicht der Wert für die gesamte Domain.
Was passiert, wenn ich zu viele Exact-Match-Ankertexte nutze?
Google kann das als Zeichen für manipulativen Linkaufbau werten. Das Risiko ist eine manuelle oder algorithmische Abstrafung, die Rankings einzelner Seiten oder der gesamten Domain drückt.
Wie finde ich heraus, welche Ankertexte auf meine Website zeigen?
Über ein Backlink-Tool wie Ahrefs, Sistrix oder Majestic. Dort findest Du eine Liste aller Linktexte mit der Zahl der verweisenden Domains. Zähl nach Domains, nicht nach einzelnen Links.
Zählen Ankertexte in der Navigation?
Ja. Auch Navigationselemente, Footer-Links und Breadcrumbs werden von Google gelesen. Halte die Ankertexte dort kurz, klar und konsistent.
Was ist der Unterschied zwischen Ankertext und Alt-Tag?
Der Ankertext ist der sichtbare Linktext. Der Alt-Tag ist die Bildbeschreibung, die bei Bildlinks die Funktion des Ankertexts übernimmt – und gleichzeitig für Barrierefreiheit und Bildsuche relevant ist.
Fazit
Ankertexte sind eines der wenigen SEO-Werkzeuge, bei denen kleine Eingriffe schnell wirken. Intern kannst Du sie vollständig selbst steuern, und dort liegt bei den meisten Websites das größte unerschlossene Potenzial: dutzende Links mit hier und mehr dazu, die keine Information tragen.
Extern geht es nicht um einzelne Anker, sondern um die Verteilung. Und die kennt man erst, wenn man sie einmal gemessen hat.