Google vs. ChatGPT, Gemini, Perplexity, Claude & Grok: Wer sucht wo?

Kategorie:
Veröffentlicht: 22. Juli 2025 Zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2026
Die Zukunft der Suche; Wie ChatGPT und KI-Tools Google herausfordern.

„Google ist tot“ – diesen Satz höre ich seit zwei Jahren in fast jedem zweiten Kundengespräch. Er stimmt nicht. Richtig ist aber: Die Suche verteilt sich. Wer heute etwas wissen, vergleichen oder kaufen will, fragt nicht mehr nur Google, sondern auch ChatGPT, Gemini, Perplexity, Claude oder Grok. Und Google selbst ist längst auch eine KI.

Kurz erklärt: Google bleibt der wichtigste Einstieg für Navigation, lokale Suchen und Käufe. Für Recherche, Vergleiche und Fragen mit vielen Abwägungen greifen viele Menschen inzwischen zu KI-Assistenten. Genau in dieser Recherchephase entsteht oft die Shortlist der Anbieter. Ob ein Unternehmen dort auftaucht, lässt sich messen, und man kann gezielt daran arbeiten.

Google kann man inzwischen selbst als KI nutzen

Der Vergleich „Google gegen ChatGPT“ greift zu kurz, weil Google längst beides ist. Über vielen Suchergebnissen stehen AI Overviews, also KI-Zusammenfassungen mit Quellenlinks. Seit Oktober 2025 gibt es in Deutschland außerdem den KI-Modus: einen eigenen Reiter in der Google-Suche, in dem man wie in einem Chat Folgefragen stellt, statt eine Linkliste durchzuklicken. Dahinter steckt Googles Sprachmodell Gemini, das es zusätzlich als eigenständigen Assistenten gibt.

Für Website-Betreiber heißt das: Auch wer „nur bei Google“ sichtbar sein will, muss sich mit KI-Antworten beschäftigen. Wie sich klassische Suchmaschinenoptimierung, AEO und GEO dabei unterscheiden, haben wir in einem eigenen Beitrag zu SEO, GEO und AEO erklärt.

Die wichtigsten Systeme und wofür sie genutzt werden

Jedes System hat seine Stärke, und die Nutzer haben das längst verinnerlicht. Die folgende Übersicht beschreibt, wofür die Werkzeuge typischerweise eingesetzt werden und woher ihre Antworten kommen.

SystemWoher die Antworten kommenTypischer Einsatz
Google (Suche, AI Overviews, KI-Modus)Eigener Suchindex, Unternehmensprofile, Shopping-DatenNavigation, lokale Suchen, Kaufentscheidungen, aktuelle Informationen
GeminiSprachmodell von Google, bei Bedarf mit Google-SucheAlltagsfragen im Google-Umfeld, Android, Gmail und Docs
ChatGPTSprachmodell von OpenAI, Websuche wird bei Bedarf zugeschaltetRecherche, Vergleiche, Texte, Planung, Beratung im Dialog
PerplexityAntwortmaschine mit Websuche bei jeder Anfrage, nummerierte QuellenSchnelle Recherche mit Belegen, Marktübersichten
ClaudeSprachmodell von Anthropic, Websuche optionalLange Dokumente, Analysen, Programmieren, sorgfältige Ausarbeitungen
GrokSprachmodell von xAI, eng verbunden mit der Plattform XAktuelle Debatten und Stimmungen, Nachrichtenlage auf X

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Antworten aus dem Trainingswissen eines Modells und Antworten mit Websuche. Ohne Websuche kennt ein Modell nur den Stand seines Trainings. Mit Websuche greift es auf aktuelle Seiten zu und nennt Quellen. Für Unternehmen ist vor allem der zweite Fall interessant, denn dort entscheidet die eigene Website mit.

Sichtbarkeits-Check: deine-website.de PDF

Sichtbarkeit bei Google, letzte 12 Monate

Keywords nach Position

Top 3
Top 10
Top 100

Technik-Ampel

Ladezeit
Indexierung
Backlink-Profil
Das bekommst du per E-Mail

Wo verliert Deine Website Kunden?

Gib Deine Domain ein. Du bekommst innerhalb von 20 Minuten einen kostenlosen Bericht zu SEO, UX und Technik als PDF per E-Mail.

Website – Step 1 von 2

Jeder hat seine Anwendung – und die Recherche wandert in den Chat

In meinem eigenen Alltag sieht das so aus: Eine Adresse, ein Restaurant oder ein bestimmtes Produkt suche ich bei Google. Wenn ich ein Thema verstehen, Anbieter vergleichen oder eine Entscheidung vorbereiten will, frage ich einen KI-Assistenten. Lange Dokumente gebe ich Claude, für eine Übersicht mit Belegen nutze ich Perplexity. So oder ähnlich arbeiten viele unserer Kunden und deren Kunden.

Für Unternehmen ist genau diese Recherchephase spannend. Wer fragt „Welche Steuerberater in Köln sind auf Ärzte spezialisiert?“ oder „Welche Folienhersteller liefern Schrumpffolie in Kleinmengen?“, bekommt im Chat keine zehn Links, sondern eine kurze Liste mit Begründung. Wer auf dieser Liste fehlt, wird oft gar nicht mehr gegoogelt. Die klassische Google-Suche kommt erst danach, wenn jemand den Namen schon kennt.

Das kann man messen: Was wir in eigenen Prompt-Messungen sehen

Ob ein Unternehmen in KI-Antworten vorkommt, muss niemand raten. Wir haben dafür ein eigenes Messverfahren aufgebaut: Wir stellen festgelegte Fragen, wie sie potenzielle Kunden stellen würden, regelmäßig an ChatGPT, Perplexity, Gemini, Claude und den Google-KI-Modus, jeweils mit Websuche. Für jede Antwort halten wir fest, ob die Marke genannt wird, ob die eigene Website als Quelle verlinkt ist und welche anderen Quellen das System heranzieht. Zusätzlich werten wir aus, welche Domains in den AI Overviews der Google-Suche zitiert werden. Grok und Microsoft Copilot erfassen wir derzeit nicht.

Ein Beispiel aus unserer eigenen Messung vom 3. Oktober 2026: 30 Antworten von ChatGPT und Perplexity auf Fragen rund um SEO- und Google-Ads-Agenturen. JSH Marketing wurde darin sieben Mal genannt und zwei Mal als Quelle verlinkt. Interessanter als die Zahl sind die Muster dahinter:

  • Allgemeine Ratgeberfragen nennen kaum Marken. Auf „Wie verbessere ich meine Sichtbarkeit bei Google?“ antworten beide Systeme mit Tipps, nicht mit Anbietern. Markennennungen entstehen bei Fragen nach Empfehlungen und Vergleichen.
  • Perplexity stützt Empfehlungen auf Vergleichsportale. Die zitierten Quellen waren überwiegend Agenturverzeichnisse und Bewertungsportale. Wer dort gut bewertet ist, wird genannt, auch wenn die eigene Website gar nicht zitiert wird.
  • ChatGPT greift bei lokalen Fragen auf Google-Maps-Einträge zurück. Name, Adresse, Sternebewertung und Kurzbeschreibung kamen in mehreren Antworten direkt aus dem Unternehmensprofil. Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil wirkt also auch außerhalb von Google.
  • Dieselbe Frage, unterschiedliche Antworten. Auf „beste SEO Agentur in München“ nannte Perplexity uns an erster Stelle, ChatGPT gar nicht. Wer nur eine Plattform prüft, bekommt ein schiefes Bild.

Solche Messungen machen aus einem diffusen Gefühl („Werden wir in ChatGPT erwähnt?“) eine Kennzahl, die man über die Zeit verfolgen und gezielt verbessern kann. Genau so arbeiten wir als GEO-Agentur für unsere Kunden.

Was das für Website-Betreiber bedeutet

Die gute Nachricht: Vieles, was für KI-Sichtbarkeit nötig ist, kennen wir aus der Suchmaschinenoptimierung. Die KI-Assistenten mit Websuche lesen dieselben Seiten wie Google. Neu ist, dass Erwähnungen außerhalb der eigenen Website stärker zählen und dass Inhalte so aufgebaut sein müssen, dass sie sich gut zitieren lassen.

  • SEO bleibt das Fundament. Was nicht gefunden und verstanden wird, kann auch nicht zitiert werden. Technik, klare Seitenstruktur und gute Inhalte bleiben Pflicht.
  • Präsenz dort, wo die Systeme nachsehen. Vergleichsportale, Branchenverzeichnisse, Fachmedien und Bewertungen fließen direkt in die Antworten ein.
  • Unternehmensprofil und Bewertungen pflegen. Sie wirken bei Google Maps und, wie unsere Messung zeigt, auch in ChatGPT.
  • Zitierfähige Inhalte. Eindeutige Aussagen, konkrete Zahlen mit Quelle, kurze Antworten am Anfang eines Abschnitts. Wie Suchsysteme Marken als Entitäten verstehen, spielt dabei eine wachsende Rolle.
  • Messen statt raten. Ein festes Set an Fragen, regelmäßig über mehrere Plattformen geprüft, zeigt, wo man steht und ob Maßnahmen wirken.

Ist Google tot?

Nein. Google ist weiterhin der Ort, an dem die meisten Kaufentscheidungen enden, und mit AI Overviews und KI-Modus selbst Teil der KI-Suche. Aber Google ist nicht mehr der einzige Ort, an dem Entscheidungen vorbereitet werden. Die Recherche verteilt sich auf mehrere Systeme, und jedes hat seine eigenen Quellen und Vorlieben. Unternehmen, die das messen und ihre Sichtbarkeit auf allen Plattformen zusammen denken, haben einen klaren Vorsprung vor denen, die nur auf ihr Google-Ranking schauen.

Häufige Fragen

Ersetzt ChatGPT die Google-Suche?

Nein. ChatGPT übernimmt vor allem Recherche und Beratung im Dialog. Für Navigation, lokale Suchen und Käufe bleibt Google der wichtigste Einstieg. Die meisten Menschen nutzen beides, je nach Aufgabe.

Was ist der Unterschied zwischen AI Overviews und dem KI-Modus von Google?

AI Overviews sind kurze KI-Zusammenfassungen über den normalen Suchergebnissen. Der KI-Modus ist ein eigener Reiter in der Google-Suche, in dem man im Dialog Folgefragen stellt und ausführlichere Antworten mit Quellen bekommt.

Kann ich messen, ob mein Unternehmen in ChatGPT oder Perplexity genannt wird?

Ja. Man stellt ein festes Set an typischen Kundenfragen regelmäßig an die Systeme und wertet aus, ob die Marke genannt und die Website als Quelle verlinkt wird. Wichtig ist, mehrere Plattformen zu prüfen, weil die Antworten stark voneinander abweichen.

Brauche ich für KI-Sichtbarkeit eine eigene Strategie neben SEO?

Eine eigene Strategie nicht, aber eine Erweiterung. Die Grundlage bleibt SEO. Dazu kommen Präsenz in Portalen und Fachmedien, gepflegte Bewertungen und Inhalte, die sich gut zitieren lassen.

Wie geht es weiter?

Wenn Du wissen willst, wie Dein Unternehmen in ChatGPT, Perplexity, Gemini und der Google-KI-Suche dasteht, messen wir das für Dich und zeigen, wo die Hebel liegen. Diagnose vor Therapie – hier geht es zur GEO-Analyse.

Zurück zum Blog
Termin buchen kontakt@jsh.marketing +49 (0) 89 215384160