Hreflang: Was ist das und wie funktioniert es?

Veröffentlicht: 30. Mai 2024 Zuletzt aktualisiert: 3. April 2026
hreflang attribut

Was ist Hreflang?

Hreflang ist ein HTML-Attribut, das Suchmaschinen mitteilt, für welche Sprache und welche Region eine bestimmte Seite gedacht ist. Es ist ein zentrales Element der internationalen Suchmaschinenoptimierung – und eines der am häufigsten falsch implementierten.

Wer eine Website in mehreren Sprachen oder für verschiedene Länder betreibt, kommt an hreflang nicht vorbei. Ohne dieses Attribut weiß Google nicht, welche Sprachversion einer Seite welchem Nutzer angezeigt werden soll – mit direkten negativen Folgen für Rankings, User Experience und Duplicate Content.

Was bedeutet hreflang genau?

Der Name setzt sich zusammen aus href (Hypertext Reference – der Link) und lang (Language – die Sprache). Das vollständige HTML-Attribut lautet rel="alternate" hreflang="[Sprachcode]" und wird im <head>-Bereich einer HTML-Seite als Link-Element eingefügt.

Ein hreflang-Tag sagt Google: „Diese Seite ist die Version für Nutzer, die diese Sprache sprechen und/oder sich in dieser Region befinden.”

Wofür benötigt man hreflang?

Hreflang ist immer dann relevant, wenn eine Website Inhalte in mehreren Sprachen oder für verschiedene Länder bereitstellt. Typische Anwendungsfälle:

Mehrsprachige Websites: Eine Website existiert auf Deutsch, Englisch und Französisch. Hreflang stellt sicher, dass deutsche Nutzer die deutsche Version sehen – nicht die englische.

Länderspezifische Versionen: Deutsch für Deutschland (de-DE) und Deutsch für die Schweiz (de-CH) sind inhaltlich ähnlich, aber für unterschiedliche Zielgruppen gedacht. Hreflang verhindert, dass beide Versionen miteinander konkurrieren.

E-Commerce mit internationaler Ausrichtung: Online Shops, die in verschiedenen Märkten aktiv sind, nutzen hreflang um sicherzustellen, dass Nutzer die für sie passende Länderversion mit den richtigen Preisen, Währungen und Versandinformationen sehen.

DACH-Region: Viele deutschsprachige Unternehmen betreiben getrennte Versionen für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ohne hreflang ranken alle drei Versionen füreinander – und kannibalisieren sich gegenseitig.

Wie sieht ein hreflang-Tag aus?

Das hreflang-Attribut wird im <head>-Bereich des HTML-Dokuments als <link>-Element eingefügt. Jede Sprachversion der Seite muss auf alle anderen Versionen verweisen – inklusive sich selbst.

html

<head>
    <!-- Fallback für alle anderen Sprachen und Regionen -->
    <link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://example.com/" />

    <!-- Deutsche Version für Deutschland -->
    <link rel="alternate" hreflang="de-DE" href="https://example.com/de/" />

    <!-- Deutsche Version für die Schweiz -->
    <link rel="alternate" hreflang="de-CH" href="https://example.com/ch/" />

    <!-- Englische Version für die USA -->
    <link rel="alternate" hreflang="en-US" href="https://example.com/us/" />

    <!-- Englische Version für Großbritannien -->
    <link rel="alternate" hreflang="en-GB" href="https://example.com/gb/" />

    <!-- Französische Version für Frankreich -->
    <link rel="alternate" hreflang="fr-FR" href="https://example.com/fr/" />
</head>

Die Sprachcodes folgen dem ISO 639-1 Standard (z.B. de, en, fr), die Ländercodes dem ISO 3166-1 Alpha-2 Standard (z.B. DE, CH, US). Beide werden mit einem Bindestrich kombiniert: de-DE, en-US.

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Was bedeutet x-default?

Das x-default-Tag ist ein Sonderfall: Es kennzeichnet die Fallback-Version einer Website – also die Seite, die angezeigt wird, wenn keine der definierten Sprach- oder Länderversionen zur Nutzersituation passt.

Beispiel: Ein Nutzer aus Japan besucht eine Website, die nur Deutsch und Englisch anbietet. Da es keine japanische Version gibt, leitet x-default den Nutzer auf die internationale Standardversion – in der Regel die englische Hauptseite.

x-default ist kein Pflichtfeld, aber empfehlenswert – besonders für international aufgestellte Websites.

Was bedeutet hreflang=”de-ES”?

Ein häufig verwirrendes Beispiel: hreflang="de-ES" bedeutet Deutsch für Nutzer in Spanien. Das klingt ungewöhnlich, macht aber Sinn – zum Beispiel für Unternehmen, die gezielt deutsche Urlauber oder Auswanderer in Spanien ansprechen möchten.

Die Kombination aus Sprache und Land ermöglicht also sehr präzises Targeting: nicht nur welche Sprache ein Nutzer spricht, sondern auch wo er sich befindet.

Hreflang und Duplicate Content

Einer der wichtigsten Vorteile von hreflang ist die Vermeidung von Duplicate Content. Wenn mehrere Sprachversionen einer Seite sehr ähnlich sind – zum Beispiel eine deutsche Version für Deutschland und eine für Österreich – erkennt Google ohne hreflang möglicherweise Duplicate Content und wertet eine der Seiten ab.

Mit korrekt implementierten hreflang-Tags signalisierst du Google: „Diese Seiten sind inhaltlich ähnlich, aber für unterschiedliche Zielgruppen gedacht.” Google behandelt sie dann als eigenständige Versionen – kein Duplicate-Content-Problem, kein Keyword Kannibalismus zwischen den Länderversionen.

Implementierung: Drei Methoden

Es gibt drei Wege, hreflang zu implementieren:

1. Im HTML-Head (empfohlen)

Die häufigste Methode – hreflang-Tags direkt im <head> jeder Seite. Gut für kleinere bis mittelgroße Websites.

2. In der XML-Sitemap

Alternativ können hreflang-Angaben in der XML-Sitemap hinterlegt werden. Sinnvoll bei sehr großen Websites, bei denen die direkte HTML-Implementierung aufwändig wäre.

xml

<url>
  <loc>https://example.com/de/</loc>
  <xhtml:link rel="alternate" hreflang="de-DE" href="https://example.com/de/"/>
  <xhtml:link rel="alternate" hreflang="en-US" href="https://example.com/us/"/>
</url>

3. Via HTTP-Header

Für nicht-HTML-Inhalte wie PDFs kann hreflang über den HTTP-Header gesetzt werden. In der Praxis selten genutzt.

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Hreflang in WordPress, Shopify und Shopware

WordPress: Plugins wie Yoast SEO oder Rank Math unterstützen hreflang direkt. Bei mehrsprachigen Websites empfiehlt sich die Kombination mit WPML oder Polylang – diese generieren die hreflang-Tags automatisch.

Shopify: Shopify generiert hreflang-Tags bei aktivierten Märkten (Shopify Markets) automatisch. Bei manuellen Mehrsprachigkeits-Setups ist eine Überprüfung empfehlenswert.

Shopware: In Shopware 6 werden hreflang-Tags über Verkaufskanäle und Sprachkonfigurationen gesteuert. Bei komplexen Setups mit mehreren Shops und Sprachen sollte die Implementierung manuell überprüft werden.

Häufige hreflang-Fehler

Hreflang ist fehleranfällig – selbst erfahrene Entwickler machen typische Fehler:

Fehlende Gegenseitigkeit: Jede Sprachversion muss auf alle anderen verweisen – und auf sich selbst. Fehlt ein gegenseitiger Verweis, ignoriert Google die hreflang-Tags.

Falsche Sprachcodes: de-de statt de-DE – Groß- und Kleinschreibung ist beim Sprachcode egal, aber der Ländercode muss korrekt sein. Tippfehler sind häufig.

x-default fehlt: Ohne Fallback-Tag kann Google bei unbekannten Regionen keine sinnvolle Weiterleitung vornehmen.

Kanonische URLs stimmen nicht überein: Der hreflang-Tag muss auf dieselbe URL zeigen, die auch als Canonical definiert ist. Widersprechen sich hreflang und Canonical, ignoriert Google hreflang.

Implementierung nur auf einer Seite: Wer hreflang nur auf der deutschen Version setzt, aber nicht auf der englischen, hat eine unvollständige Implementierung – Google braucht die Angaben auf allen beteiligten Seiten.

Wie prüft man die hreflang-Implementierung?

Google Search Console: Unter „Internationale Ausrichtung” zeigt die Search Console erkannte hreflang-Tags und mögliche Fehler. Erster Anlaufpunkt für die Überprüfung.

Screaming Frog: Crawlt die gesamte Website und listet alle hreflang-Attribute auf – inklusive fehlender Gegenseitigkeiten und falscher Sprachcodes. Unverzichtbar bei größeren Websites.

hreflang-Tag-Tester: Tools wie hreflang.ninja oder der hreflang Validator von Merkle ermöglichen schnelle Einzelseiten-Tests. Einfach URL eingeben und Ergebnis auswerten.

SE Ranking: Wer SE Ranking im Einsatz hat, kann über das Site Audit technische hreflang-Fehler auf der gesamten Domain erkennen – effizient und übersichtlich.

Wann ist hreflang wirklich notwendig?

Hreflang ist kein optionales Nice-to-have – es ist eine technische Pflicht für alle Websites, die in mehreren Sprachen oder für verschiedene Länder optimiert werden. Wer es weglässt, riskiert falsch ausgespielte Inhalte, Duplicate-Content-Probleme und internen Keyword Kannibalismus zwischen den eigenen Länderversionen.

Korrekt implementiert ist hreflang dagegen ein mächtiges Werkzeug der internationalen SEO-Strategie: Es sorgt dafür, dass die richtige Version deiner Website den richtigen Nutzern angezeigt wird – weltweit.

Du bist unsicher, ob deine hreflang-Implementierung korrekt ist? Wir prüfen das im Rahmen eines SEO Audits und geben dir konkrete Handlungsempfehlungen.

Julian Hofmann JSH Marketing
Über den Autor:
Julian Hofmann ist Gründer & Geschäftsführer von JSH Marketing. Seit über 15 Jahren brenne ich für das Suchmaschinenmarketing – für mich ist das mehr als nur Zahlen, sondern die Verbindung aus analytischer Präzision und strategischem Weitblick. Mit meinem Hintergrund in der Philosophie hinterfrage ich gerne den Status Quo, um messbare Ergebnisse zu liefern, die wirklich Bestand haben.
Hier im Blog beantworte ich die Fragen, die mir in der täglichen Zusammenarbeit mit meinen Kunden begegnen – ehrlich, fundiert und direkt aus der Praxis.
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