Wer Produkte über Google verkauft, kommt am Google Merchant Center nicht vorbei. Hier liegen die Produktdaten, aus denen Google Shopping-Anzeigen, kostenlose Produkteinträge, Performance-Max-Kampagnen und sogar Produkte im Unternehmensprofil baut. In unseren Google-Ads-Konten sehen wir jeden Monat dieselben Fragen: Warum wurden Produkte abgelehnt? Warum zeigt Google einen anderen Preis? Warum bricht der Feed nach einem Shop-Update plötzlich weg?
Dieser Leitfaden beantwortet die Fragen, die uns Kunden tatsächlich stellen, und verweist bei den Spezialthemen auf unsere ausführlicheren Beiträge.
Inhaltsverzeichnis
Was ist das Google Merchant Center?
Das Google Merchant Center ist die kostenlose Plattform, über die Händler ihre Produktdaten an Google übergeben. Es ist kein Werbekonto, sondern die Datenquelle: Das Merchant Center hält den Produktkatalog, Google Ads entscheidet, wie und wo die Produkte beworben werden.
Aus den Daten im Merchant Center entstehen unter anderem:
- Shopping-Anzeigen in der Google-Suche und im Shopping-Tab
- Kostenlose Produkteinträge im Shopping-Tab und in der Bildersuche, ganz ohne Werbebudget
- Performance-Max-Kampagnen, die die Produktdaten über alle Google-Kanäle ausspielen
- Produkte im Google-Unternehmensprofil für Händler mit Ladengeschäft
- Fahrzeuganzeigen (Vehicle Ads) für Autohäuser über einen eigenen Fahrzeug-Feed
Wie wir Shopping-Kampagnen für Shops aufbauen, beschreiben wir auf unserer Seite zur Google-Shopping-Ads-Agentur.
Was kostet das Merchant Center?
Das Merchant Center selbst ist kostenlos. Kosten entstehen erst, wenn Produkte über Google Ads beworben werden, also für Klicks auf Shopping- oder Performance-Max-Anzeigen. Kostenlose Produkteinträge laufen ohne Werbebudget.
Merchant Center einrichten: die Schritte
- Konto anlegen mit einem Google-Konto, idealerweise einem Unternehmenskonto statt eines privaten Postfachs.
- Unternehmensdaten hinterlegen: Firmenname, Adresse, Kontakt. Die Angaben sollten mit Impressum und Unternehmensprofil übereinstimmen.
- Website bestätigen und beanspruchen. Google muss sicher sein, dass der Shop dir gehört. Am einfachsten geht das über Google Search Console oder Google Tag Manager.
- Versand und Rückgabe einrichten: Versandkosten, Lieferzeiten und Rückgaberegeln gehören ins Konto, nicht nur in den Feed.
- Produktdaten hochladen per Feed, Shop-Plugin oder automatisch aus den strukturierten Daten der Website.
- Mit Google Ads verknüpfen, damit die Produkte beworben werden können.
Bei der Bestätigung hakt es häufiger, als man denkt. Wenn parallel auch die Bestätigung als Werbetreibender in Google Ads ansteht, hilft unser Beitrag zur fehlgeschlagenen Google-Ads-Überprüfung.
Der Produkt-Feed: das Herzstück
Alles, was Google über deine Produkte weiß, steht im Feed. Ein guter Feed entscheidet darüber, ob ein Produkt überhaupt angezeigt wird, für welche Suchanfragen es erscheint und wie teuer ein Klick wird.
Die wichtigsten Attribute
| Attribut | Wofür es zählt |
|---|---|
| id | eindeutige Produktnummer, darf sich nicht ändern |
| title | wichtigster Hebel für die Auffindbarkeit |
| description | Details, Material, Einsatzzweck |
| link | Produktseite, auf der Preis und Verfügbarkeit stimmen müssen |
| image_link | Produktbild ohne Werbetext oder Wasserzeichen |
| price und availability | müssen exakt mit der Landingpage übereinstimmen |
| brand, gtin, mpn | Produktkennzeichnungen, ohne die viele Produkte eingeschränkt laufen |
| condition | neu, gebraucht oder generalüberholt |
Titel sind der größte Hebel
Google gleicht Suchanfragen bei Shopping vor allem mit dem Produkttitel ab. Ein Titel wie „Modell X200“ verschenkt Reichweite. Besser ist ein Aufbau aus Marke, Produktart, wichtigsten Eigenschaften und Variante, also so, wie Kunden tatsächlich suchen. Dieselbe Logik gilt für Produktbeschreibungen im Shop, dazu mehr in unserem Beitrag über Produktbeschreibungen und Meta Descriptions.
Strukturierte Daten als Absicherung
Wenn die Produktseiten saubere strukturierte Daten (Product-Schema) mit Preis und Verfügbarkeit enthalten, kann Google kleine Abweichungen zwischen Feed und Website automatisch korrigieren. Das verhindert viele Ablehnungen wegen veralteter Preise. Strukturierte Daten sind damit nicht nur ein SEO-Thema, sondern auch eine Versicherung für Shopping.
Feed je nach Shopsystem
Wie der Feed entsteht, hängt stark vom Shopsystem ab. Die meisten Probleme, die wir in Konten sehen, entstehen genau hier.
Shopware 5 und Shopware 6
In Shopware entsteht der Feed über Produktexporte mit eigenen Vorlagen. Bei Shopware 5 sehen wir die meisten Feed-Probleme: Varianten werden falsch oder gar nicht übergeben, Preise kommen ohne Steuer an, Sonderzeichen werden zerschossen oder der Export läuft nach einem Update nicht mehr durch. Shopware 5 wird nicht mehr weiterentwickelt, viele Erweiterungen sind veraltet. Auch bei Shopware 6 gibt es Stolpersteine, vor allem bei Varianten und individuellen Exportvorlagen, sie lassen sich aber in der Regel sauber lösen.
Unsere Empfehlung: Nach jedem Shop-Update den Feed im Merchant Center prüfen. Abgelehnte Produkte tauchen dort oft erst ein bis zwei Tage später auf, dann ist der Umsatzeinbruch schon passiert. Wie wir Shopware-Shops technisch aufstellen, zeigen wir auf unserer Seite zur Shopware-SEO-Agentur.
Aus der Praxis: Ein Fachhändler für Projektoren und Heimkino mit Shopware-Shop ist heute auch in Google als Marktführer sichtbar. Am Anfang stand ein technischer Fix, seitdem optimieren wir laufend. Zur Fallstudie
Shopify
Bei Shopify läuft die Anbindung meist über die offizielle App „Google & YouTube“. Das ist schnell eingerichtet, gibt aber wenig Kontrolle über Titel und Attribute. Für größere Kataloge lohnt sich oft ein eigener Feed oder ein Feed-Tool dazwischen. Mehr zur Plattform auf unserer Seite zur Shopify-SEO-Agentur.
WooCommerce
Für WooCommerce gibt es die offizielle Google-Erweiterung und zahlreiche Feed-Plugins. Häufigste Fehlerquelle sind Varianten und fehlende GTINs, weil WooCommerce dafür von Haus aus kein eigenes Feld hat. Mehr dazu auf unserer Seite zur WooCommerce-SEO-Agentur.
Abgelehnte Produkte: die häufigsten Gründe und Lösungen
Die Frage, wie man abgelehnte Produkte im Merchant Center reduziert, sehen wir regelmäßig in den Suchbegriffen unserer eigenen Kampagnen. Die Gründe wiederholen sich.
Preis oder Verfügbarkeit stimmen nicht
Der häufigste Grund. Google prüft die Produktseite und findet einen anderen Preis oder Lagerstand als im Feed. Ursachen sind seltene Feed-Aktualisierungen, Preise mit und ohne Steuer, Rabatte, die nur im Warenkorb greifen, oder Cookie-Banner, die den Preis für den Crawler verdecken.
Lösung: Feed häufiger aktualisieren, Preis auf der Produktseite ohne Interaktion sichtbar machen und strukturierte Daten pflegen.
Fehlende oder ungültige GTIN
Markenprodukte brauchen in der Regel eine gültige GTIN (EAN). Fehlt sie oder ist sie erfunden, schränkt Google die Ausspielung ein oder lehnt das Produkt ab. Eigenmarken und Einzelanfertigungen ohne GTIN müssen das ausdrücklich kennzeichnen.
Bildprobleme
Werbetexte, Wasserzeichen, Rahmen oder Platzhalterbilder führen zu Ablehnungen. Produktbilder sollen das Produkt zeigen, nicht die Aktion.
Landingpage nicht erreichbar
Wenn Google die Produktseite nicht aufrufen kann, weil sie blockiert ist, auf eine andere Seite weiterleitet oder einen Fehler liefert, wird das Produkt abgelehnt. Typisch nach einem Relaunch oder wenn ein Plugin Google-Crawler aussperrt.
Richtlinienverstöße und „Irreführende Darstellung“
Bestimmte Produkte sind eingeschränkt, etwa Medikamente, Waffen oder bestimmte Nahrungsergänzungsmittel. Besonders hart trifft die Sperre wegen irreführender Darstellung: Sie betrifft nicht einzelne Produkte, sondern das ganze Konto. Ursache sind oft fehlende Angaben zu Impressum, Versandkosten, Rückgabe oder Zahlungsarten. Die Lösung liegt fast immer auf der Website, nicht im Feed.
Merchant Center und Google-Unternehmensprofil
Ein Bereich, den viele übersehen: Händler mit Ladengeschäft können ihr Merchant Center mit dem Google-Unternehmensprofil verbinden. Die Produkte erscheinen dann direkt im Profil, also dort, wo Kunden in Google Maps und in der lokalen Suche nach dem Geschäft suchen. Mit Angaben zum lokalen Bestand lässt sich zusätzlich zeigen, dass ein Produkt im Laden vorrätig ist.
Aus unserer Erfahrung funktioniert das gut und ist ein spannendes Add-on für alle, die Online-Shop und Laden verbinden. Wie ein Unternehmensprofil richtig aufgesetzt wird, erklären wir im Beitrag Google My Business einrichten.
Sonderfall Fahrzeuge: Vehicle Ads
Autohäuser übergeben ihre Fahrzeuge über einen eigenen Fahrzeug-Feed an das Merchant Center. Daraus entstehen Fahrzeuganzeigen mit Bild, Preis, Kilometerstand und Händler. Die Logik ist dieselbe wie bei Shopping, die Anforderungen an den Feed sind aber eigene. Alles dazu in unserem Beitrag über Google Vehicle Ads. Bei Microsoft gibt es mit dem Automarktplatz bei Bing ein Gegenstück.
Microsoft Merchant Center
Auch Microsoft hat ein eigenes Merchant Center für Shopping-Anzeigen in Bing. Der Vorteil: Kampagnen und Feeds lassen sich aus Google importieren, der Aufwand bleibt überschaubar. Die Klickpreise sind oft niedriger, die Reichweite kleiner. Mehr dazu auf unserer Seite zu Microsoft Advertising.
Vom Feed zur Kampagne
Ein sauberer Feed ist die Voraussetzung, aber noch keine Strategie. Ob Standard-Shopping oder Performance Max, wie Ziel-ROAS und Budgets gesetzt werden und wie Tracking und Consent funktionieren, entscheidet über den Erfolg:
- PMax ohne Kontrollverlust: wie Performance Max mit Produktdaten steuerbar bleibt
- Ziel-CPA und Ziel-ROAS richtig einstellen: Gebotsstrategien für Shops
- Cookie-Banner und Consent Mode v2: warum ohne Einwilligung die Messung fehlt
Aus der Praxis: Für einen Onlineshop mit sehr speziellem Sortiment haben wir SEO und Google Ads so verzahnt, dass beide Kanäle voneinander profitieren. Zur Fallstudie
Aus der Praxis: Für einen Shopify-Shop für Hundehilfsmittel haben wir Shopping und Performance Max auf Basis des Feeds skaliert: 56 % mehr Conversions bei stabilem ROAS. Zur Fallstudie
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Häufige Fragen zum Google Merchant Center
Ist das Google Merchant Center kostenlos?
Ja. Das Konto und die kostenlosen Produkteinträge kosten nichts. Kosten entstehen nur für beworbene Anzeigen über Google Ads.
Wie lange dauert die Prüfung neuer Produkte?
Meist einige Stunden bis wenige Tage. Bei neuen Konten dauert die erste Prüfung oft länger.
Warum werden meine Produkte abgelehnt?
Am häufigsten stimmen Preis oder Verfügbarkeit nicht mit der Produktseite überein, GTINs fehlen, Bilder enthalten Werbung oder die Produktseite ist nicht erreichbar.
Brauche ich für das Merchant Center ein Google-Ads-Konto?
Nein. Für kostenlose Produkteinträge reicht das Merchant Center. Für Shopping-Anzeigen und Performance Max wird es mit Google Ads verknüpft.
Kann ich Produkte im Google-Unternehmensprofil zeigen?
Ja. Händler mit Ladengeschäft können Merchant Center und Unternehmensprofil verbinden, sodass Produkte im Profil erscheinen.
Was bedeutet „Irreführende Darstellung“?
Eine Sperre des ganzen Kontos, meist wegen fehlender oder unklarer Angaben zu Unternehmen, Versand, Rückgabe oder Preisen auf der Website.